FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> ist nach den zuletzt heftigen Rückschlägen unter Druck geblieben. Der deutsche Leitindex schloss am Dienstag 0,78 Prozent tiefer bei 11 567,96 Punkten und sackte damit auf das tiefste Niveau seit Ende März ab. Bereits am Freitag und zu Wochenbeginn hatte der Handelsstreit zwischen den USA und China die Kurse auf Talfahrt geschickt. Der MDax <DE0008467416>, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, gab am Dienstag um 0,38 Prozent auf 24 943,79 Zähler nach.

Für leichte Entspannung im Handelskonflikt sorgte Händlern zufolge zwar der Umstand, dass China seine Währung am Dienstag wieder etwas aufwerten ließ. Zuvor hatte die US-Regierung China beschuldigt, den Kurs zu manipulieren, um sich unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern. China hatte am Montag den Yuan abgewertet. Am späten Dienstagnachmittag aber beförderte der festere Euro <EU0009652759> den Dax klar ins Minus.

Damit bleiben die Investoren nervös. "Der Handelskonflikt bereitet jetzt vor allem denjenigen Anlegern Sorgen, die auf eine Erholung der Konjunktur zum Ende des Jahres gesetzt und in dieser Erwartung die Rally im ersten Halbjahr mitbefeuert haben", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien der Deutschen Post <DE0005552004> um gut 2 Prozent an. Der Brief- und Paketzusteller hatte seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr etwas angehoben. Beiersdorf-Papiere <DE0005200000> drehten nach einem schwachen Handelsauftakt ins Plus und verbuchten am Ende einen Gewinn von gut 3 Prozent. Börsianer werteten positiv, dass das Konsumentengeschäft mit der Marke Nivea im zweiten Quartal deutlich stärker zugelegt hatte als die Klebstoffsparte Tesa.

An der Dax-Spitze schnellten die Anteilsscheine von Wirecard <DE0007472060> um 3,5 Prozent nach oben. Der Zahlungsabwickler präsentiert am Mittwoch seine Geschäftszahlen.

Mit einem Kursgewinn von gut 6 Prozent waren die Gea-Aktien <DE0006602006> klarer Spitzenreiter im MDax. Der sich im Umbau befindende Maschinenbauer hält trotz eines Ergebnisrückgangs im zweiten Quartal an seinen Jahreszielen fest. Die Aktien des Handelskonzerns Metro <DE000BFB0019> verloren als Index-Schlusslicht rund 8 Prozent. Wie bereits am Montag belasteten mangelnde Aussichten auf ein höheres Übernahmeangebot des Bieterkonsortiums EPGC um den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky.

Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson <DE000WACK012> hatte im zweiten Quartal trotz deutlich höherer Umsätze geringere Gewinne verzeichnet. Die Anteilsscheine knickten als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> um mehr als 7 Prozent ein.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> gab um 0,58 Prozent auf 3291,66 Punkte nach. Der Pariser Leitindex Cac 40 <FR0003500008> schloss nur leicht im Minus, während es für den Londoner FTSE 100 <GB0001383545> um gut 0,7 Prozent nach unten ging. In New York hingegen legte der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum europäischen Börsenschluss etwas zu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite mit minus 0,55 Prozent erneut auf ein Rekordtief. Damit wurde der jüngste Rekord von minus 0,54 Prozent vom Montag leicht unterboten. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> gewann 0,07 Prozent auf 146,15 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> legte um 0,14 Prozent auf 176,61 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1187 (Montag: 1,1182) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8939 (0,8943) Euro./la/fba

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---