FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Montag seine vor dem Wochenende begonnene Erholung fortgesetzt. Von schwachen Daten zu heimischen Industrieaufträgen ließ sich der deutsche Leitindex kaum beeindrucken: Er baute im Handelsverlauf seine Gewinne aus und schloss 0,70 Prozent fester bei 12 097,43 Punkten. Damit setzte er sich von der runden Marke von 12 000 Punkten, die er schon am Freitag zurückerobert hatte, weiter nach oben ab. Für den MDax <DE0008467416>, im dem sich die mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen versammeln, ging es am Montag letztlich um 0,32 Prozent auf 25 615,96 Punkte hoch.

Der Dax "wurde heute zur Abwechslung mal wieder von den Hoffnungen auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen China und den USA getrieben", kommentierte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets UK. Er sei damit aber lediglich der Stabilisierung an der Wall Street gefolgt, wo sich vor allem Hedgefonds auf der Käuferseite positioniert hätten. Doch nach dem zwischenzeitlichen Kursrutsch in der vergangenen Woche warteten die Anleger auch dort eher ab. Andere Börsianer zeigten sich mit Blick auf den amerikanisch-chinesischen Konflikt eher skeptisch.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss mit einem Plus von 0,71 Prozent bei 3471,24 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es in einer ähnlichen Größenordnung bergauf. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> konnte derweil bis zum europäischen Handelsende seine moderaten Verluste wettmachen.

Im Dax gehörten die Aktien von Wirecard <DE0007472060> mit einem Plus von 2,7 Prozent zur Spitzengruppe. Als Kurstreiber erwies sich eine optimistische Studie der US-Bank JPMorgan, die vor dem anstehenden Kapitalmarkttag Fantasie für höhere mittel- und langfristige Ziele des Zahlungsdienstleisters mit sich brachte.

Ebenfalls gefragt waren die Anteilscheine von Bayer <DE000BAY0017>, die fast anderthalb Prozent gewannen. Bei dem Pharma- und Agrarchemiekonzern machte es den Anlegern neue Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung, dass der nächste US-Prozess um den Unkrautvernichter Glyphosat nach einer Vereinbarung beider Seiten auf Anfang 2020 vertagt werden soll.

Am Dax-Ende fand sich dagegen die Continental-Aktie <DE0005439004> mit einem Abschlag von über einem Prozent wieder. Sie folgte besonders ausgeprägt der europaweit gedämpften Stimmung im Autosektor, dessen Subindex <EU0009658681> im marktbreiten Stoxx Europe 600 <EU0009658202> weit unten rangierte. Allgemein gefragt waren eher defensive Branchen wie etwa Telekommunikation, Lebensmittel und Gesundheit.

Die Anteilscheine von Osram <DE000LED4000> sackten als MDax-Schlusslicht um über drei Prozent auf 39,49 Euro ab, nachdem die geplante Übernahme durch den Sensorhersteller AMS <AT0000A18XM4> wegen einer verfehlten Annahmeschwelle geplatzt ist. Weitere Gespräche gelten nun als möglich, aber auch eine Offerte durch die zuletzt ebenfalls interessierten Finanzinvestoren Advent und Bain. Einen Störfaktor sehen Experten dann aber in der Tatsache, dass AMS durch bisherige Anteilskäufe schon zum größten Anteilseigner geworden ist.

Unter den Favoriten im Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386> waren die Aktien von Hypoport <DE0005493365>, die um mehr als fünf Prozent in die Höhe schnellten. Das Wachstum mit dem Finanzierungsmarktplatz Europace ließ die Anleger bei den Papieren des FinTech-Unternehmens munter zugreifen.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,59 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,02 Prozent auf 146,20 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,14 Prozent auf 174,25 Zähler.

Der Euro <EU0009652759> notierte zuletzt bei 1,0982 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor auf 1,0993 (Freitag: 1,0979) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9097 (0,9108) Euro gekostet./gl/he

- Von Gerold Löhle, dpa-AFX -