FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch ein weiteres Rekordhoch markiert, konnte die ohnehin überschaubaren Gewinne aber nicht halten. Am Ende trat der deutsche Leitindex mit 15 788,98 Punkten auf der Stelle. Damit setzte sich das Verharren an der Marke von 15 800 Punkten fort. Am Nachmittag hatte der Dax bei rund 15 811 Punkten einen Höchststand erreicht. Weniger gut schlugen sich die mittelgroßen Titel, der MDax gab um 0,42 Prozent auf 34 775,51 Zähler nach.

Beobachter verwiesen zur Begründung für die Stagnation unter anderem auf schwache Konjunkturdaten. So haben die Industrieunternehmen der Eurozone die Produktion im Mai deutlich stärker eingeschränkt als erwartet. Das zeige, "dass die konjunkturelle Erholung nach der Pandemie gerade in Europa noch keine ausgemachte Sache ist", merkte Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets an.

Die Analysten der Bank HSBC schrieben indes, "dass die bisherigen Rekordstände noch nicht das Ende der Fahnenstange markieren sollten". Notierungen des Dax oberhalb von 16 000 Punkten seien durchaus möglich. Möglicherweise wollen die Anleger aber zunächst die anstehenden Quartalsberichte und Jahresprognosen der Unternehmen abwarten, bevor sie Aktienpositionen aufstocken oder neue aufbauen, hieß es im Handel.

Die Aktien von Hugo Boss setzten den starken Lauf in diesem Jahr mit einem Anstieg um zeitweise mehr als sechs Prozent fort. Der Modekonzern traut sich angesichts der abgeflauten Pandemie wieder eine Jahresprognose zu. Das kam am Markt gut an, der Kurs stieg am Ende um gut zwei Prozent.

Gesucht waren auch Stahlaktien. Dies galt vor allem für die im SDax enthaltenen Papiere von Klöckner & Co und Salzgitter mit Gewinnen von bis zu 4,4 Prozent. Thyssenkrupp legten um 1,1 Prozent zu. Analyst Alan Spence vom US-Broker Jefferies erhöhte die Gewinnschätzungen und bekräftigte seine Kaufempfehlungen für die drei Papiere.

Die Aktien der Software AG stiegen um 3,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober 2020. Analyst Knut Woller von der Baader Bank lobte die Quartalszahlen des Software-Entwicklers, diese hätten die Erwartungen übertroffen.

Die Aufmerksamkeit zogen auch die Reisewerte auf sich wegen der wieder anziehenden Corona-Infektionszahlen. Im Frankfurter Handel fielen die Papiere von Tui um 6 Prozent auf ein Tief seit Februar. Englische Zeitungen berichteten, dass der Tourismuskonzern bis August weitere Reiseziele von der Angebotsliste gestrichen hat. Die Aktien der Lufthansa und die des Flughafen-Betreibers Fraport fielen ebenfalls.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,12 Prozent auf 4099,50 Zähler moderat zu. In Paris schloss der Cac 40 kaum verändert, während der Londoner FTSE 100 um rund ein halbes Prozent nachgab. In New York trat der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss hierzulande auf der Stelle.

Der Euro fiel zum US-Dollar zunächst auf ein Dreimonatstief, erholte sich dann aber wieder. Zuletzt wurden 1,1825 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1812 Dollar festgesetzt

Am deutschen Anleihemarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,01 Prozent auf 145,36 Punkte nach, während der Bund-Future am Abend um 0,29 Prozent auf 174,34 Punkte zulegte./bek/jha/

- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX -