FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag seine Verluste im Tagesverlauf abschütteln können. Der MDax der mittelgroßen Werte kletterte zugleich auf ein Rekordhoch. Unterstützung kam einmal mehr aus den USA, denn dort erholten sich der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial und auch die Nasdaq-Börsen von ihren Verlusten nach dem Handelsstart.

Letztlich schloss der deutsche Leitindex mit plus 0,06 Prozent bei 14 049,89 Punkten. Auf Wochensicht zeigte er sich damit ebenso nahezu unverändert mit minus 0,05 Prozent. Der MDax legte am Freitag um 0,15 Prozent auf 32 595,23 Punkte zu, nachdem er zeitweise bis auf knapp 32 634 Punkte gestiegen war.

Das Ringen um die Marke von 14 000 Punkten im Dax habe sich an diesem Tag zunächst fortgesetzt, so Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Auf der einen Seite richteten optimistische Anleger ihren Blick in die Zukunft und hofften auf "ein positives wirtschaftliches Umfeld nach Corona". Auf der anderen Seite stünden pessimistische Anleger, "die sehen, dass sich durch die ständig verlängerten Lockdowns auch die wirtschaftliche Erholung noch weiter nach hinten verschieben wird".

Alles in allem aber rechnen Börsenexperten in nächster Zeit mit einer Fortsetzung der Rally dies- und jenseits des Atlantiks. "Die Verschnaufpausen an den Aktienmärkten sind nach wie vor von nur kurzer Dauer", wie Analyst Markus Reinwand von der Helaba schreibt. Getrieben sieht sie diese Entwicklung nach wie vor durch einen Mangel an Anlagealternativen.

Der EuroStoxx , der Leitindex der Eurozone, beendete den Tag mit einem Aufschlag von 0,65 Prozent auf 3695,61 Zähler und auch in Paris und London wurden Gewinne verbucht. In den USA zeigte sich der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa wenig verändert mit minus 0,1 Prozent. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen legten zugleich moderat zu.

Europaweit wurden Aktien aus der konjunktursensiblen Automobilbranche von den Anlegern gemieden. Im Dax traf es besonders die Anteilscheine von Volkswagen , die als Schlusslicht um 1,9 Prozent nachgaben. Der Autobauer hatte im Vergleich zum Dezember leicht rückläufige Auslieferungszahlen für Januar bekannt gegeben. Die Papiere des Zulieferers Continental verloren 1,1 Prozent.

Unter den größten Gewinnern im MDax stiegen die Anteilscheine von Scout24 um 3,8 Prozent. Analystin Lisa Yang von der US-Investmentbank Goldman Sachs riet zum Kauf der Aktien, nachdem sie bislang eine neutrale Positionierung empfohlen hatte. Seit Anfang Oktober sei der Kurs des Online-Portalbetreibers hinter dem marktbreiten Index Stoxx 600 zurückgeblieben. Nun biete sich Anlegern "ein attraktiver Punkt zum Einstieg". Die Trends auf den Endmärkten verbesserten sich und damit voraussichtlich auch die durchschnittlichen Umsätze je Nutzer.

Spitzenwert im Nebenwerteindex SDax waren die Aktien von Dermapharm mit plus 5,8 Prozent. Das Arzneiunternehmen erwartet aus seiner Zusammenarbeit mit Biontech für das laufende Jahr einen Konzernumsatz im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Grenke erholten sich mit plus 2,1 Prozent weiter, nachdem die Aktie des Leasing-Spezialisten am Montag um rund ein Drittel Prozent eingebrochen war. Der Leerverkäufer Fraser Perring, der einst auf den Absturz von Wirecard wettete, hat laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" die Finanzaufsicht Bafin per E-Mail aufgefordert, zur besseren Kontrolle des Konzerns Aufpasser bei der Grenke AG und der Grenke Bank einzusetzen. Am Montag hatte Top-Manager Mark Kindermann seinen Hut genommen. Nach heftiger Kritik an den Geschäftspraktiken und der Bilanzierung war Grenke schließlich auf Mängel im eigenen Haus gestoßen.

Der Euro pendelte um die Marke von 1,21 US-Dollar und wurde am frühen Abend mit 1,2127 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2108 (Donnerstag: 1,2147) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8259 (0,8233) Euro. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,49 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 145,76 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,26 Prozent auf 175,92 Punkte nach./ck/he

- Von Claudia Müller, dpa-AFX -