NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der US-Notenbanksitzung haben die Anleger auch am Donnerstag weitgehend Vorsicht walten lassen. Aktuell vorgelegte Konjunkturdaten hatten nur begrenzt Einfluss. Im frühen Handel gab der Dow Jones Industrial <US2605661048> um 0,14 Prozent auf 26 393,47 Punkte nach und weitete damit seine Vortagesverluste noch etwas aus. Der S&P 500 <US78378X1072>, der am Vortag nach einem Rekordhoch ebenfalls Verluste verbucht hatte, zeigte sich zuletzt nahezu unverändert mit minus 0,03 Prozent auf 2922,99 Punkte. Der Nasdaq 100 <US6311011026> stieg um 0,17 Prozent auf 7764,67 Punkte. Laut Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader herrscht immer noch etwas Enttäuschung nach der Fed-Sitzung am Mittwoch. "Ein wenig hatte man gehofft, dass Fed-Chef Jerome Powell bereits auf dieser Sitzung eine Leitzinssenkung in Aussicht stellen wird. Die Notenbank zeigte sich aber relativ neutral und möchte flexibel bleiben." Am Vorabend hatte Powell indes mitgeteilt, dass die Fed an ihrem vorsichtigen Kurs festhalten wird. Bei der Festlegung der Geldpolitik will die Fed weiterhin geduldig vorgehen, womit signalisiert wurde, dass die Leitzinsen vorerst nicht verändert werden. Auf Unternehmensseite standen im Leitindex die Aktien des Kunststoffherstellers Dow nach Quartalszahlen im Blick, die als einer der schwächsten Werte um 1,5 Prozent nachgaben. Die Anteile des inzwischen im S&P notierten Chemiekonzerns DowDupont <US26078J1007> gaben nach ebenfalls vorgelegten Zahlen zugleich um 3,7 Prozent nach. Beide Unternehmen berichteten über Umsatz- und Ergebnisrückgänge. Erst Anfang des Monats hatte der DowDupont-Konzern, der erst 2017 durch die Fusion der beiden Chemieriesen Dow Chemical und DuPont entstanden war, sein Material- und Kunststoffgeschäft abgespalten. Das daraus entstandene Unternehmen Dow Inc <US2605571031> wurde in den Wall-Street-Index aufgenommen. DowDupont schied aus. Der Konzern befindet sich weiterhin im Aufspaltungsprozess, der mit der Eigenständigkeit des Agrarchemikaliengeschäfts Corteva Ende des Monats abgeschlossen sein soll. Der Sportartikelhersteller Under Armour <US9043111072> überzeugte indes mit einem guten Jahresauftakt und hob die Gewinnprognose leicht an. Die Anteilscheine sprangen daraufhin um knapp 4 Prozent hoch. Für die Aktien des auf Smartphones spezialisierten Chipherstellers Qualcomm <US7475251036> ging es ebenfalls um knapp 4 Prozent nach oben. Die Einigung im langwierigen Patentstreit mit Apple <US0378331005> wird Qualcomm im laufenden dritten Geschäftsquartal 4,5 bis 4,7 Milliarden Dollar einbringen. Zudem veröffentlichte das Unternehmen Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal und einen Ausblick. Dieser wurde zwar alles in allem als recht schwach beurteilt, doch Analysten wie etwa Tal Liani von der Bank of America/Merrill Lynch erwarten, dass im dritten Geschäftsquartal der Tiefpunkt erreicht sein dürfte. Anschließend sollte es dank des neuen Mobilfunkstandards 5G wieder aufwärts gehen, so die Hoffnung. Liani stufte die Aktie auf "Buy" hoch. Die Experten von Raymond James sind sogar noch positiver gestimmt und hoben sie auf "Strong Buy". Der israelische Pharmahersteller Teva <US8816242098> meldete einen Umsatzrückgang, während das Ergebnis je Aktie leicht besser als erwartet ausgefallen war. Für die Papiere ging es um 2,2 Prozent abwärts. An der Nasdaq stiegen zudem die Aktien von Tesla <US88160R1014> um 2 Prozent, was die Investoren mit Blick auf die herben Kursverluste von fast 37 Prozent seit Mitte Dezember jedoch kaum trösten dürfte. Der Elektroautopionier will sich am Kapitalmarkt mit frischem Geld eindecken und insgesamt rund 2,1 Milliarden Dollar einsammeln. Damit trat ein, worüber bereits seit längerem spekuliert worden war./ck/he