NEW YORK (dpa-AFX) - Anleger an den US-Börsen haben am Mittwoch bei Technologiewerten weiter zugegriffen, sich insgesamt aber zurückgehalten. Kursgewinne bei Aktien wie Apple und Amazon prägten das Bild und so erreichte der Nasdaq 100 einen Rekord. Nach der ersten Handelsstunde legte er um 0,23 Prozent auf 14 819,68 Punkte zu.

Als Nasdaq-Treiber galt weiter die zuletzt schon spürbare Sektorrotation von Zyklikern zurück zu Wachstumswerten. Dazu bei trugen am Mittwoch auch die weiter sinkenden Kapitalmarktzinsen: Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen erreichte zur Wochenmitte das niedrigste Niveau seit Februar. Dies signalisiert, dass Anleger die zeitweise spürbaren Sorgen vor einem Ende der sehr lockeren Geldpolitik der US-Notenbank wieder verdrängen - auch wegen der Sorge, die sich ausbreitende Delta-Mutation des Coronavirus könne das Wachstum gefährden.

Vor diesem Hintergrund schwächelten die anderen US-Indizes ein wenig. Der marktbreite S&P 500 stieg zuletzt nur knapp um 0,07 Prozent auf 4346,73 Punkte, bei ihm reichte das frühe Plus für eine erneute Bestmarke. Der Dow Jones Industrial jedoch fiel zuletzt um 0,14 Prozent auf 34 528,28 Punkte. Sein Rekord liegt schon einige Wochen zurück.

Die Rally im Technologiesektor bescherte den Aktien von Giganten wie Amazon, Microsoft oder Alphabet jeweils Kursrekorde, die Gewinne reichten hier von 0,2 bis 0,8 Prozent. Apple-Papiere steuerten ihren Rekord mit einem Anstieg um 1,3 Prozent an.

Was die Tech-Anleger freut, belastet auf der anderen Seite die Finanztitel. Die Aktien von Firmen wie JPMorgan oder Goldman Sachs büßten bis zu 1,7 Prozent ein. In diesem Sektor würden steigende Zinsen wegen des dort wichtigen Kreditgeschäft am Markt als Vorteil angesehen. Diese Phantasie ließ zuletzt aber mit den sinkenden Marktzinsen nach.

Was die geldpolitische Perspektive betrifft, wird es am Abend spannend. Dann wird von der US-Notenbank Fed das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung erwartet. Sollte dieses Signale für einen strengeren geldpolitischen Kurs enthalten, dürfte dies für Nervosität unter den Anlegern sorgen, vermutet Melinda Earsdon vom Broker Oanda./tih/mis