NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger an den US-Aktienmärkten haben sich am Freitag aus dem Tech-Sektor zurückgezogen. Enttäuschende Quartalsberichte von Apple und Amazon waren das beherrschende Thema und führten an der Nasdaq nach vier Gewinntagen und einer Rekordserie zu Gewinnmitnahmen. Der Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 0,50 Prozent auf 15 698,66 Punkte. Er steuert damit aber noch auf ein Wochenplus von mehr als zwei Prozent zu.

An der Wall Street schlug sich der Leitindex Dow Jones Industrial am Freitag etwas besser: Mit 35 705,90 Punkten bewegte er sich zuletzt nur knapp mit 0,07 Prozent im Minus. Damit deutet sich für den US-Leitindex ein hauchdünnes Wochenplus an. Der marktbreite S&P 500 gab allerdings am Freitag um 0,30 Prozent auf 4582,54 Zähler nach. Im S&P sind beide Tech-Giganten als Schwergewichte enthalten, im Dow jedoch nur Apple.

In den Köpfen der Anleger blieben vor dem nächsten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed, der in der kommenden Woche ansteht, außerdem die Inflations- und Zinssorgen präsent. Starke Kursverluste am Anleihemarkt waren am Freitag Ausdruck des anhaltenden Preisauftriebs. Der von der Fed präferierte Preisindikator PCE stieg im September gegenüber dem Vorjahresmonat noch stärker als im Monat zuvor.

Apple ist im vergangenen Quartal vom globalen Chip-Mangel eingeholt worden. Trotz deutlicher Zuwächse verfehlte der iPhone-Konzern die noch optimistischeren Prognosen von Experten. Die Engpässe in der Lieferkette und Corona-Ausfälle in der Produktion hätten den Umsatz um rund sechs Milliarden Dollar gedrückt, sagte Konzernchef Tim Cook. Im laufenden Vierteljahr werde der negative Effekt noch höher ausfallen, hieß es.

Die Apple-Aktien sanken zuletzt um 3,6 Prozent, während jene von Microsoft um 0,8 Prozent stiegen. Damit kam es im Rennen um den Status als wertvollstes Unternehmen der Welt zu einem Führungswechsel: Vorerst konnte der Softwarekonzern den iPhone-Hersteller knapp verdrängen.

Keine frohe Kunde hatte auch der Online-Händler Amazon für seine Anleger: Er verdiente im dritten Quartal deutlich weniger und warnte angesichts von Lieferproblemen vor weiteren hohen Kosten. Beim Ausblick für das laufende Vierteljahr dämpfte Amazon die Markterwartungen erheblich. Die Aktie reagierte mit einem Kursrutsch um 3,5 Prozent.

Gegen die Nasdaq-Schwäche stemmten sich aber die Tesla -Aktien mit einem Anstieg um 1,2 Prozent. Sie verbuchten im Verlauf den nächsten Rekord für sich: In der Spitze erreichte des Kurs des Elektroautobauers erstmals die runde Marke von 1100 US-Dollar. Der starke Lauf vor allem in den vergangenen 14 Tagen erhielt damit seine Fortsetzung.

Auch für die Facebook-Aktien ging es bergauf, nachdem am Vorabend infolge der bekanntgegebenen Umbenennung eine Erholung eingeleitet wurde. Am Freitag rückten die Papiere nochmals um 2,2 Prozent zu. Der Social-Media-Konzern gibt sich mit der Dachmarke Meta einen neuen Namen und will die Kommunikationsplattform der Zukunft entwickeln.

Unter den Standardwerten erging es nach Zahlen den großen Ölkonzernen etwas besser: Die Aktien von Chevron und ExxonMobil gewannen nach unerwartet guten Ergebnissen der beiden Ölmultis bis zu 0,6 Prozent an Wert. Beide profitieren im vergangenen Quartal von der jüngsten Ölpreisrally: Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI hatte zuletzt den höchsten Stand seit etwa sieben Jahren erreicht.

Dagegen sackten die Papiere von Starbucks nach Zahlen sogar um 6,9 Prozent ab. Bei der weltgrößten Kaffeekette florieren die Geschäfte - nicht jedoch im wichtigen Auslandsmarkt China. Eine neue Corona-Welle in China sorgte dort erneut für Lockdowns./tih/nas