NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem weiteren Rekordhoch am Vortag hat der Dow Jones Industrial am Dienstag keine neue Attacke gestartet. Der Leitindex startete schwach, reduzierte aber seine frühen Verluste relativ schnell. Zuletzt stand er nur noch mit 0,06 Prozent im Minus bei 33 152,63 Punkten. Der zu Wochenbeginn erreichten Bestmarke von 33 259 Zählern konnte er damit nicht wieder näher kommen.

Finanzwerte erholten sich am Dienstag von den Turbulenzen, die am Vortag Spekulationen über Schwierigkeiten beim Hedgefonds Archegos ausgelöst hatten. Dem standen aber allgemein schwache Technologiewerte gegenüber. Der von diesem Sektor geprägte Nasdaq 100 fiel denn auch stärker um 0,96 Prozent auf 12 841,35 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,32 Prozent auf 3958,52 Zähler nach.

Börsianer verwiesen erneut auf steigende Renditen für US-Staatsanleihen, die der Rally bei Aktienwerten einen Riegel vorschöben. Mit bis zu 1,77 Prozent rentierten zehnjährige Rentenpapiere am Dienstag so hoch wie seit Januar 2020 nicht mehr. Auf Wachstum fokussierte Technologieunternehmen gelten darunter als besonders leidend, weil ihnen dies die Finanzierungsbedingungen verteuert. Gründe sind die dank Konjunkturspritzen erwartete Wirtschaftsbelebung und die damit begründete Furcht vor einer anziehenden Inflation.

Als wichtigen Treiber für den Konjunkturoptimismus gelten auch die Fortschritte in der US-Impfkampagne. Laut Ankündigung von Präsident Joe Biden sollen 90 Prozent der Erwachsenen in drei Wochen impfberechtigt sein. Dazu passt, dass die Impfstoff-Pioniere Biontech und Pfizer am Montag eine Ausweitung ihrer Produktionskapazität ankündigten.

Im Technologiesektor versammelten sich die im Dow enthaltenen Konzerne unter den größten Verlierern. Die Aktien von Microsoft , Salesforce , Intel und Apple büßten zwischen 1,2 und 1,8 Prozent ein. Am breiten Markt setzten jene des Elektroautobauers Tesla ihre jüngste Talfahrt mit einem Abschlag von 1,3 Prozent auffällig fort.

Die Archegos-Spekulationen hatten die Investoren bereits am Vortag rasch weitgehend abgehakt. Marktstratege Stephen Innes vom Broker Axi sprach von einem Sturm im Wasserglas, und so erholten sich Bankenwerte von ihrer Vortagsschwäche. Die 1,9 Prozent höheren Aktien von Goldman Sachs führten den Dow an und JPMorgan gehörte mit einem Anstieg um 1,7 Prozent zum erweiterten Favoritenkreis.

Die angepeilte Ausweitung der Impfstoff-Produktion durch die Partner Biontech und Pfizer auf 2,5 Milliarden Dosen bis Ende dieses Jahres wurde vor allem für Biontech eine Stütze. Die in New York gehandelten Hinterlegungsscheine des deutschen Unternehmens legten um 5,2 Prozent zu und hoben sich damit positiv ab, da die Papiere des Konkurrenten Moderna umgekehrt um vier Prozent abrutschten. Die Pfizer-Aktien profitierten aber auch nicht von der Meldung: In einem allgemein eher schwachen Umfeld in der Gesundheitsbranche verloren sie ein Prozent./tih/he