NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem verlängerten Osterwochenende sind die Anleger am New Yorker Aktienmarkt weiterhin guter Dinge. Gestützt von Konjunkturoptimismus griffen Anleger am Donnerstag vor allem bei Nebenwerten außerhalb des Dow nochmals mutig zu, während die zuletzt hochgekochten Sorgen vor anziehenden Anleiherenditen nachließen. Besonders dominant waren die Gewinne bei Technologiewerten.

Der Dow Jones Industrial lag am ersten Handelstag im April zuletzt mit 0,15 Prozent im Plus bei 33 031,50 Punkten. Eine erneute Bestmarke konnte er damit zwar nicht setzen, er blieb aber auf Tuchfühlung zum Rekord von 33 259 Punkten, den er am Montag aufgestellt hatte. Der breiter gefasste S&P 500 schaffte es erstmals über die Marke von 4000 Punkten, zuletzt zeigte er sich 0,79 Prozent höher bei 4004,29 Punkten.

Technologiewerte, die in den vergangenen Wochen bei Anlegern etwas an Zuspruch verloren hatten, konnten an ihre deutliche Erholungsbewegung vom Vortag anknüpfen. Der von diesen geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 stieg zuletzt um 1,70 Prozent auf 13 313,50 Punkte. Über 13 300 Zählern erreichte er den höchsten Stand seit Ende Februar.

Als Haupttreiber gilt weiter die Hoffnung, dass die Impffortschritte einen Weg aus der Pandemie bahnen und die billionenschweren Fördermaßnahmen von US-Präsident Joe Biden dann zu einer konjunkturellen Erholung beitragen werden. Förderlich dafür waren am Donnerstag auch frische Konjunktursignale. Die am ISM-Index gemessene Stimmung in der US-Industrie war besser als erwartet ausgefallen.

Die großen Gewinner im Dow kamen hauptsächlich aus dem besonders gefragten Technologiebereich. Aktien von Salesforce hatten mit einem Anstieg um 3,1 Prozent die Spitzenposition inne, während Aktien wie Microsoft oder Apple dem mit Kursgewinnen von 2,6 respektive 1,0 Prozent folgten.

Im Chipbereich, der auch dem Technologiesektor zugerechnet wird, rückte vor allem Micron Technology ins Blickfeld. Der Speicherchiphersteller gab aufgrund einer lebhaften Nachfrage einen optimistischen Umsatz- und Gewinnausblick ab. Die Aktien reagierten darauf mit einem Kurssprung um etwa fünf Prozent.

Für Gesprächsstoff sorgte aber auch, dass Micron einem Bericht des Wall Street Journal zufolge Interesse an einem Kauf des japanischen Halbleiterherstellers Kioxia hat. Der Zeitung zufolge steht das Unternehmen dabei aber in Konkurrenz zum Festplatten-Hersteller Western Digital. Dessen Aktien rückten im frühen Donnerstagshandel um sechs Prozent vor.

Die 3,6 Prozent höheren Aktien von Uber reagierten positiv auf eine optimistische Erstbewertung durch das Analysehaus Jefferies. Analyst Brent Thill argumentierte in seiner Studie, der Fahrdienstvermittler sei eine besonders gute Möglichkeit, um von Lockerungen in der Pandemie zu profitieren. Uber sei in bester Position, um das Wachstum zu beschleunigen.

Schwäche zeigten im Dow die 1,1 Prozent tieferen Aktien von Johnson & Johnson . Bei der Produktion des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns gab es bei einer Charge ein Problem. In einer Produktionsstätte eines Partnerunternehmens habe ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden und sei daher nicht verwendet worden, teilte Johnson & Johnson mit./tih/he