NEW YORK (dpa-AFX) - Der erste Handelstag 2022 hat den US-Börsen Gewinne beschert. Allerdings verlief der Auftakt am Montag etwas holprig. Zeitweise bröckelte im frühen Handel das Plus komplett ab und die wichtigsten Indizes tauchten kurz in die Verlustzone, bevor es erneut nach oben ging. Im Blick der Anleger standen zunächst Tesla nach starken Auslieferungszahlen im vierten Quartal. Im späteren Verlauf zogen auch Apple verstärkt Aufmerksamkeit auf sich, denn der Börsenwert des iPhone-Herstellers übersprang erstmals die Marke von drei Billionen US-Dollar.

Zum Handelsschluss verbuchte der Dow Jones Industrial ein Plus von 0,68 Prozent auf 36 585,06 Punkte und schloss nur knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch. Dem bekanntesten Wall-Street-Index fehlen nun keine 100 Punkte mehr, um erneut das Rekordhoch bei knapp unter 36 680 Punkten zu erreichen, auf das er am vorletzten Handelstag des Jahres 2021 geklettert war.

Der S&P 500 , der am vergangenen Donnerstag ebenfalls eine Bestmarke erreicht hatte, legte um 0,64 Prozent auf 4796,56 Zähler zu. Der vorwiegend mit Technologieaktien bestückte Nasdaq 100 gewann 1,11 Prozent auf 16 501,77 Punkte.

Ein Marktbeobachter verwies angesichts des anfänglichen Auf und Ab an den US-Börsen auf die dünnen Handelsumsätze. Zudem hätten diese im vergangenen Jahr einen sehr guten Lauf gehabt, weshalb es wohl 2022 nicht mehr ganz so leicht aufwärtsgehen dürfte. Zwar seien die Aussichten für Aktien weiterhin gut, doch müsse die Geldpolitik nun verstärkt im Auge behalten werden, sagte er.

Denn: Die US-Notenbank hatte im Dezember angekündigt, angesichts der hohen Inflation rascher aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik auszusteigen. So sollen die milliardenschweren Käufe von Wertpapieren wie Staatsanleihen schneller zurückgefahren werden und außerdem bald wieder der Leitzins angehoben werden. Die US-Notenbanker erwarten 2022 insgesamt drei Zinsschritte um jeweils 0,25 Prozentpunkte. "Es wird die erste Zinsanhebung seit 2018 sein, und das wird Einfluss auf die Börsen haben", sagte der Marktbeobachter.

Zu den Favoriten am US-Markt zählten die Aktien von Tesla mit einem Plus von 13,5 Prozent, denn der Elektroauto-Hersteller meldete rekordhohe Auslieferungszahlen. Im vierten Quartal hatte Tesla über 300 000 Fahrzeuge an die Kunden geliefert und damit weitaus mehr als am Markt erwartet worden war. Im gesamten Jahr 2021 kommt das Unternehmen auf gut 936 000 Auslieferungen. Das ist ein Plus von fast 90 Prozent im Vergleich zu 2020.

Im Dow zogen außerdem Apple das Hauptaugenmerk auf sich. Mit einem Plus von zeitweise 3,0 Prozent auf 182,88 Dollar erreichte die Aktie nicht nur ein Rekordhoch, sondern der iPhone-Hersteller knackte auch als erster Konzern der Welt die Marke von drei Billionen Dollar Börsenwert. Damit hat es nicht einmal eineinhalb Jahre gedauert, dass Apples Marktkapitalisierung um eine weitere Billion gestiegen ist.

Die prozentual größten Tagesgewinner im Dow waren allerdings die Aktien der Investmentbank Goldman Sachs , des Flugzeugbauers Boeing sowie des Chipherstellers Intel , die allesamt um 3,3 Prozent stiegen.

Die Papiere des Sportartikelherstellers Nike dagegen zählten zu den schwächsten Werten mit minus 1,2 Prozent. Nur die Anteile der Baumarktkette Home Depot waren noch schwächer mit minus 1,5 Prozent.

Das Papier von Moderna war im Nasdaq 100 eines der größten Verlierer und gab um 7,5 Prozent nach. Biontech sackten an der Nasdaq um 10,1 Prozent ab. Das Medikament Paxlovid gegen Covid-19 von Pfizer steht in Deutschland kurz vor der Zulassung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte kurz vor Weihnachten eine Notfallzulassung für Paxlovid ausgesprochen.

Der Euro , der kurz vor dem Börsenstart in New York deutlich unter Druck geraten und bald darauf unter 1,13 Dollar gesackt war, wurde zum Wall-Street-Schluss mit 1,1296 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs in Frankfurt auf 1,1355 (Freitag: 1,1326) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8807 (0,8829) Euro.

Am US-Rentenmarkt weiteten zudem die US-Staatsanleihen ihre Verluste im Handelsverlauf aus. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 1,03 Prozent auf 129,44 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere stieg auf 1,635 Prozent./ck/he

- Von Claudia Müller, dpa-AFX -