NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich zum Wochenbeginn zu neuen Rekorden aufgeschwungen. Befeuert von weiteren Signalen der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, erklommen der Dow Jones Industrial <US2605661048>, der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> und der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> neue historische Höchstmarken - und setzten somit die vorweihnachtliche Hausse fort.

Der Dow legte im frühen Handel um 0,62 Prozent auf 28 310,13 Punkte zu. Hier erklommen beispielsweise die Aktien von Apple <US0378331005>, Microsoft <US5949181045> und Nike <US6541061031> neue Höchstmarken. Mit einem Börsenwert von Apple und Microsoft von jeweils deutlich über einer Billion US-Dollar haben die beiden Giganten sowohl Amazon <US0231351067> als auch Alphabet <US02079K3059> abgehängt.

Der S&P 500 rückte um 0,73 Prozent auf 3191,99 Zähler vor und der Nasdaq 100 kletterte um 0,95 Prozent auf 8568,77 Punkte.

Nach einer Teileinigung im Handelskrieg senden China und die USA nun weitere Entspannungssignale. Die Regierung in Peking setzte zusätzlich angedrohte Vergeltungszölle auf US-Waren auch formal außer Kraft. Die ursprünglich für Sonntag geplanten Strafzölle wurden aufgehoben.

Profiteure dieser Entwicklung waren die Papiere von Chip-Herstellern, die auf das Funktionieren von Lieferketten in Asien angewiesen sind oder für die Fernost ein wichtiger Absatzmarkt ist. So gewannen AMD <US0079031078>, Micron Technology und Microchip bis zu 4,2 Prozent. Aktien des Festplatten-Spezialisten Western Digital zogen sogar um 6,8 Prozent an.

"Das Teilabkommen im Handelsstreit zwischen China und den USA hat die Börsen weiter beflügelt", hieß es in einem Marktkommentar des Investmenthauses Bernstein. Gleichzeitig warnten die Analysten: "Wir sind uns jedoch bewusst, dass der Handelsfrieden nicht ewig anhalten wird". Weiterhin hilfreich für die Börsen sei auch der "marktfreundliche Wahlausgang" in Großbritannien.

Größter Verlierer der Einzelwerte im Dow waren die Aktien von Boeing <US0970231058>. Sie verloren 1,9 Prozent, nachdem sie am Freitag bereits gefallen waren. Der Flugzeugbauer könnte laut einem Medienbericht bereits zum Wochenstart eine Produktionspause für den Krisenjet 737 Max bekanntgeben. Eine solche Pause werde zunehmend als die gangbarste Option gesehen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Die Alternative wäre, die Produktion weiter zu drosseln.

Für die Anteile von International Flavors & Fragrances (IFF) <US4595061015> ging es um 6,8 Prozent abwärts, während die von Dupont <US26614N1028> um 0,8 Prozent stiegen. IFF formt gemeinsam mit der Sparte für Nahrungszusatzstoffe des US-Chemiekonzerns einen der weltweit größten Anbieter von Duftstoffen und Aromen. Die Analysten von Bernstein sprachen von einem eher teuren Deal für IFF, während die Dupont-Aktionäre sich freuen dürften.

Die Uber <US90353T1007>-Papiere stiegen um 5,4 Prozent. Der Fahrdienstvermittler wehrt sich in London gegen den Entzug seiner Lizenz.

Im Fokus standen zudem Analystenkommentare. Die Papiere von Amgen <US0311621009>, UnitedHealth <US91324P1021> und Dentsply Sirona <US24906P1093> legten um 1,7 bis 2,1 Prozent zu. Goldman Sachs hat alle drei Aktien auf die "Conviction Buy List" gesetzt und sieht damit ein besonders großes Kurspotenzial./bek/jha/