SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Die Tarifverhandlungen für die rund 890 000 Beschäftigten in der Bauwirtschaft werden am 21. Juni fortgesetzt. Das teilten der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) am Dienstagabend nach der ersten Tarifrunde in Schönefeld bei Berlin mit.

Die Arbeitgeberseite habe der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ein Angebot vorgelegt, hieß es. Dieses sehe ein "entgeltwirksames Gesamtvolumen" von drei Prozent vor. Mit diesem Angebot "wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir an einem zügigen Abschluss ohne Schlichtung interessiert sind", teilte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, mit.

Die IG BAU bezeichnete den Vorschlag am Abend als "absolut unzureichendes Angebot". Dies werde der "Leistung unserer Beschäftigten nicht gerecht", teilte Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt mit. Die Gewerkschaft fordert 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt. "Zudem soll das Modell für die Entschädigung der Wegezeiten, also der langen und meist unbezahlten Fahrten zur Baustelle, weiterentwickelt werden", hieß es erneut am Dienstag. Zu diesem Punkt habe die Arbeitgeberseite am Dienstag gar nichts gesagt.

Obwohl die Bauwirtschaft bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen ist, verweist die Arbeitgeberseite auf zu erwartende schwache Wachstumszahlen in diesem sowie im nächsten Jahr.

Die Gewerkschaft wiederum betonte, von der allgemeinen Krise sei im Bausektor, nichts zu spüren. "Da ist es nur recht und billig, wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter auch ein Plus auf ihrem Lohnzettel sehen", hatte Burckhardt bereits im April betont./maa/DP/he