LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown hat im ersten Quartal von seiner Wohnimmobilientochter Grand City Properties profitiert. Allerdings belasteten die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin das Geschäft mit Hotels. Im Tagesgeschäft verdiente das Unternehmen zwar etwas mehr, doch unter dem Strich ging der Überschuss um rund 15 Prozent auf 124,5 Millionen Euro zurück. Ein Grund dafür ist der Anstieg der Zinsen, der auf den Wert von Absicherungsinstrumenten gegen Zinsänderungen drückt. Die Aktie verlor im frühen rund zwei Prozent.

Der operative Gewinn - gemessen an der in der Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations (FFO 1) - stieg in den ersten drei Monaten 2022 im Jahresvergleich um drei Prozent auf 89,3 Millionen Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Dabei belasteten Stundungen etwa für Hotelmieten in Folge der Corona-Pandemie das Ergebnis mit rund 30 Millionen Euro. Hotels machen bei Aroundtown knapp ein Fünftel des Gesamtportfolios aus.

Im laufenden Jahr peilt das Unternehmen weiterhin einen operativen Gewinn von 350 bis 375 Millionen Euro an. 2021 war der FFO1 im Jahresvergleich um ein Prozent auf gut 353 Millionen Euro gesunken.

Im ersten Quartal 2022 kletterten die Nettomieteinnahmen nun um fast ein Drittel auf 309 Millionen Euro. Der starke Anstieg lag vor allem an der Übernahme des Wohnimmobilienunternehmens Grand City Properties, dessen Beitrag erst sei Juli 2021 voll in der Konzernbilanz berücksichtigt wird. Die Mieten legten im dreimonatigen Berichtszeitraum im Schnitt auf gleicher Fläche um 0,9 Prozent zu, ohne die Hotels stiegen sie um 1,7 Prozent.

Derweil trennt sich das Unternehmen von weiteren Immobilien. Aroundtown habe den Verkauf von Gebäuden im Wert von mehr als 1,1 Milliarden Euro unterzeichnet, teilte der Konzern weiter mit. Im ersten Quartal wurden demnach bereits Immobilien im Wert von mehr als 130 Millionen Euro veräußert. 2021 hatte der Gewerbeimmobilien-Spezialist Gebäude im Wert von 2,3 Milliarden Euro verkauft.

Aroundtown will mit dem Erlös höher verzinsliche Bankfinanzierungen und Anleihen zurückzahlen sowie eigene Aktien zurückkaufen. Vor ein paar Wochen hatte das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm aufgestockt, bis zum Jahresende will es weitere eigene Aktien in einem Volumen bis zu einer halben Milliarde zurückerwerben.

Aroundtown wurde 2004 vom israelischen Geschäftsmann Yakir Gabay gegründet und 2015 von ihm an die Börse gebracht. Er hält über die Holding Avisco noch zehn Prozent der Anteile. Mit dem TLG-Kauf wurden die Luxemburger zum größten Anbieter von Büroimmobilien in Europa. Zudem ist das Unternehmen mit rund 50 Prozent am Wohnimmobilienkonzern Grand City Properties beteiligt./mne/tav/mis