BERLIN (dpa-AFX) - Die Autoindustrie sieht sich als Vorreiter bei Corona-Tests für Beschäftigte. 75 Prozent der Unternehmen in der Branche bieten Schnell- oder Selbsttests für ihre Mitarbeiter an, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch unter Berufung auf eine Abfrage bei seinen Mitgliedern mitteilte. Weitere 22 Prozent planten dies unmittelbar zu tun. Dies zeige, dass die Selbstverpflichtung der Industrie wirke, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Der Anteil in der Automobilindustrie liege über den bereits hohen Werten der gesamten Industrie.

Die Wirtschaft lehnt gesetzliche Auflagen ab. Die Bundesregierung hat noch nicht darüber entschieden. Das Arbeits- sowie das Wirtschaftsministerium wollen die Ergebnisse eigener Erhebungen abwarten, wie Sprecher der Ressorts am Mittwoch in Berlin deutlich machten. Das Arbeitsministeriums lässt eine repräsentative Beschäftigtenbefragung durchführen, das Wirtschaftsministerium eine repräsentative Unternehmensbefragung. Die Ergebnisse sollen "rechtzeitig" zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz vorliegen. Diese ist am kommenden Montag geplant.

Wie aus einem Bericht der Spitzenverbände der Wirtschaft hervorgegangen war, testen derzeit zwischen 80 und 90 Prozent der Firmen in Deutschland oder bereiten den Teststart unmittelbar vor.

Die Frage der Tests in Unternehmen sowie Forderungen aus der Politik nach mehr Homeoffice dürften eine wesentliche Rolle spielen bei Beratungen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag mit Vertretern von mehr als 40 Wirtschaftsverbänden.

"Staatliche Auflagen führen nicht zu mehr Tests, sondern nur zu mehr Bürokratie, dies zeigt sich in den Bundesländern, die eine Verpflichtung eingeführt haben", so VDA-Präsidentin Müller. "Die Unternehmen sind gut organisiert und kriegen das hin. Mehr Bürokratie würde den Erfolg dagegen gefährden." Viele Unternehmen beklagten allerdings Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Tests./hoe/DP/fba