LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat dank einer höheren Nachfrage und gestiegener Preise die Prognose für das laufende Jahr erneut angehoben. Insbesondere der Boom im Kunststoffgeschäft sei der Grund für die zweite Erhöhung im laufenden Jahr. Die Zahlen im zweiten Quartal sind laut Konzernangaben besser ausgefallen als von Analysten erwartet. Anleger reagieren erfreut.

Die Aktie machte nach den Nachrichten einen kräftigen Sprung nach oben. Mit einem Plus von rund 3,5 Prozent gehörten die Papiere zu den besten Werten im Dax. Die Aktie erreichte den höchsten Wert seit Anfang Juni. Im Kielwasser dessen sprangen auch die Anteilsscheine des Kunststoffkonzerns Covestro an und stiegen um fast 3,6 Prozent.

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass das BASF den Ausblick anhebt. Bereits das erste Quartal hatte den Konzern zuversichtlicher gestimmt. Im zweiten Quartal habe sich die gute Entwicklung fortgesetzt, teilte der Dax-Konzern überraschend am Freitag in Ludwigshafen mit.

Deshalb erwartet die Konzernführung für das laufende Jahr jetzt einen Umsatz von 74 bis 77 Milliarden Euro, je sechs Milliarden mehr als bislang. Der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen (Ebit) soll 7,0 bis 7,5 Milliarden Euro erreichen. Zuvor hatte das Management nur mit 5,0 bis 5,8 Milliarden gerechnet.

Das zweite Quartal habe das pandemiebedingt schwache Vorjahresquartal deutlich übertroffen, hieß es. Auch negative Währungseffekte konnten die positive Entwicklung nicht verhindern. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen lag nach vorläufigen Zahlen mit 2,36 Milliarden Euro um ein Vielfaches über dem Wert des Vorjahres. Damals hatte dieses Ergebnis gerade mal 226 Millionen Euro erreicht. Auch der Umsatz legte mit 19,75 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreswert von 12,68 Milliarden deutlich zu.

Allerdings entwickelten sich nicht alle Sparten im zweiten Jahresviertel so gut. So blieb das Geschäft mit Aromainhaltsstoffen und Tiernahrung, aber auch das Geschäft mit Saatgut und Unkrautvernichtern deutlich hinter den Analystenschätzungen zurück, hieß es.

Für BASF läuft es seit einigen Monaten wieder besser - vor allem auch wegen der anziehenden Nachfrage der Autobauer. Im Zuge der Corona-Krise hatte auch der Chemiekonzern deutliche Abstriche machen müssen und seinen Sparkurs verschärft. Bis zu 2000 Stellen weltweit will das Unternehmen in seiner Dienstleistungseinheit Global Business Services bis Ende 2022 abbauen. Mit den Stellenstreichungen will der Konzern von 2023 an mehr als 200 Millionen Euro jährlich einsparen. Bei der Einheit arbeiten weltweit rund 8400 Beschäftigte, davon rund 1400 in Ludwigshafen. Die Einheit kümmert sich unter anderem um Finanzen, Logistik und Personal.

Seinen endgültigen Halbjahresbericht legt BASF am 28. Juli vor. Bei seiner Prognose geht der Chemiekonzern davon aus, dass es in der zweiten Jahreshälfte coronabedingt keine größeren wirtschaftlichen Einschränkungen geben wird./knd/stw/jha/