LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital will nach einem enttäuschenden Jahr 2021 wieder durchstarten. 2020 hinterließ die Corona-Krise deutliche Spuren in der Bilanz des Unternehmens: Umsatz und operatives Ergebnis gingen massiv zurück. Unter dem Strich stand sogar ein Verlust. Im laufenden Jahr will das Unternehmen bei den Kennziffern wieder deutlich besser werden.

Anleger wollten sich dem Optimismus des Unternehmens mit Blick auf das laufende Jahr offenbar nicht anschließen. Die Papiere von Corestate Capital steuerten am Mittwoch mit zeitweise über 16 Prozent Minus auf ihr Rekordtief vom Oktober zu. Zuletzt verlor die Aktie um rund 13 Prozent an Wert. Ein Börsianer sprach von "fürchterlichen Zahlen" des Immobilien-Investmentmanagers. Die Zahlen seien schwach ausgefallen, hieß es auch bei Berenberg.

"Das Tal ist durchschritten", sagte Unternehmenschef René Parmantier bei Vorlage von vorläufigen Zahlen am Dienstagabend. Das Unternehmen rechnet angesichts des sich aufhellenden gesamtwirtschaftlichen Umfelds und einem weiter steigenden Investitionsbedarf auf der Kundenseite mit einem im Jahresverlauf anziehenden Transaktionsgeschäft sowie einer dynamischen Nachfrage auf dem Private Debt-Markt.

Im laufenden Jahr soll der Konzernumsatz auf 235 bis 260 Millionen Euro steigen, wie Corestate am Dienstagabend in Luxemburg mitteilte. 2020 gingen die Erlöse im Jahresvergleich nach ersten Berechnungen um 37 Prozent auf 191 Millionen Euro zurück, blieben aber damit in der zuvor ausgegebenen Prognosespanne.

Deutlich besser werden will das Unternehmen auch wieder bei den Ergebnissen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll sich auf 90 bis 115 Millionen Euro und das bereinigte Nettoergebnis auf 50 bis 75 Millionen Euro verbessern. 2020 fielen beide Ergebnisse deutlich schlechter aus als erwartet. Das Ebitda brach nach 175 Millionen Euro im Vorjahr auf 17 Millionen ein. Hier hatte der Immobilien-Investmentmanager mit 55 bis 80 Millionen Euro gerechnet. Beim bereinigten Konzernergebnis wurde sogar statt des erwarteten Gewinns ein Verlust von 48 Millionen Euro verzeichnet.

Für die enttäuschende Gewinnentwicklung im abgelaufenen Jahr machte Corestate "überwiegend nicht liquiditätswirksame, hohe negative Bewertungseffekte und Einmalaufwendungen sowie eine Goodwill-Abschreibung" verantwortlich. Corestate will seine detaillierten Jahreszahlen am 24. März veröffentlichen.

Der seit Dezember amtierende neue Unternehmenschef Parmantier baut derzeit den Konzern um. "Ich habe die Zeit seit meinem Amtsantritt genutzt und die Weiterentwicklung der Strategie mit Hochdruck vorangetrieben", sagte er. In der Vergangenheit sei das Unternehmen zu stark von anorganischem Wachstum abhängig gewesen. "Wir müssen hier aktiver werden, denn gerade Zeiten des Umbruchs und der Krise, wie wir sie momentan erleben, sind Zeiten, in denen Marktanteile neu verteilt werden", so Parmantier. Hier wolle und werde Corestate zu den Gewinnern gehören. Deshalb werde das Unternehmen unter anderem das Markenuniversum unter dem Dach von Corestate in den kommenden Monaten vereinfachen.

Corestate mit Sitz in Luxemburg ist ein Investmentmanager und Co-Investor mit einem verwalteten Vermögen von zirka 28 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist international als Geschäftspartner für institutionelle Investoren sowie vermögende Privatanleger tätig. Zudem verfügt der Konzern über 42 weitere Büros unter anderen in Frankfurt, London, Madrid, Singapur und Zürich und beschäftigt über 800 Mitarbeiter./mne/he/eas/stk