LÜBECK (dpa-AFX) - Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk hat nach einem coronabedingt glänzend verlaufenen zweiten Quartal die Jahresprognose erhöht. Der Umsatz dürfte im Vergleich zum Vorjahr nun um 14 bis 20 Prozent steigen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Lübeck mit. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) soll zwischen 7 und 11 Prozent liegen. Bislang hatte das Unternehmen lediglich die "Chance" für ein deutlich höheres Umsatz- und Ergebnisniveau in Aussicht gestellt.

Anleger zeigten sich hoch erfreut. Der Aktienkurs von Drägerwerk legte am Mittwoch rasant zu und lag kurz nach Eröffnung mehr als 8 Prozent im Plus. Der Kurs der Aktie ist in der Corona-Krise kräftig gestiegen.

Drägerwerk profitiert von der hohen Nachfrage in der Medizintechnik in der Corona-Pandemie. Das Unternehmen stellt etwa Beatmungsgeräte her. In der Sicherheitstechnik gibt der steigende Bedarf nach Atemschutz wie etwa FFP-Masken Auftrieb. Im zweiten Quartal sprang daher der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal währungsbereinigt um mehr als ein Drittel nach oben, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Der Umsatz legte um mehr als ein Viertel auf rund 788 Millionen Euro zu. Das Ebit lag bei rund 102 Millionen Euro und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres als ein Verlust von 1,5 Millionen Euro verzeichnet wurde.

Ursächlich für das höhere Ergebnis seien das deutlich höhere Umsatzvolumen und eine höhere Bruttomarge von rund 49,2 Prozent (Q2 2019: 42,6 Prozent), hieß es.

Um der boomenden Nachfrage Herr zu werden, baut Drägerwerk derzeit seine Kapazitäten aus. So hatte das Unternehmen unter anderem etwa im März einen Großauftrag der Bundesregierung über die Lieferung von Beatmungsgeräten erhalten. Aber auch in der Maskenfertigung expandiert das Unternehmen. Zur Finanzierung hatte sich Drägerwerk Ende April am Kapitalmarkt frisches Geld besorgt.

Die ausführlichen Zahlen will das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen am 13. August veröffentlichen./he/nas/jha/