ASSLAR (dpa-AFX) - Die wegen der Corona-Krise schwächelnde Weltwirtschaft und die Jagd nach Marktanteilen haben auch beim Spezialpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum zuletzt Spuren hinterlassen. Der Umsatz dürfte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um bis zu 11 Prozent auf 140 bis 145 Millionen Euro fallen, teilten die Hessen am Montag kurz nach Börsenschluss in Aßlar mit. Dabei habe eine anhaltend starke Nachfrage am Halbleitermarkt die schwache Wirtschaftsentwicklung nur teilweise ausgeglichen. Pfeiffer Vacuum stellt unter anderem Pumpen her, die in Chipfabriken für extrem saubere Luft sorgen.

Beim operativen Ergebnis (Ebit) dürften im zweiten Jahresviertel demnach zwischen 3,0 und 6,5 Millionen Euro herauskommen. Das wäre ein Einbruch um bis zu rund 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Das Management begründete dies mit Kosten für Corona-Maßnahmen sowie Ausgaben für den Gewinn von Marktanteilen.

Anleger überraschte dies offenbar nicht. Die Aktie reagierte im frühen Handel am Dienstag kaum. So gab sich das Management zumindest mit Blick auf den Auftragseingang zuversichtlich. Dieser dürfte auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums oder leicht darüber liegen. Die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal will der mehrheitlich dem Konkurrenten Busch gehörende Konzern am 4. August vorlegen.

Bereits im ersten Quartal hatte der Vakuumpumpen-Hersteller einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Während der Umsatz mit 153,3 Millionen Euro fast so hoch ausfiel wie ein Jahr zuvor, sank das Betriebsergebnis (Ebit) um gut 29 Prozent auf 12,8 Millionen Euro. Allerdings sprudelten die Bestellungen stärker als Anfang 2019: Der Auftragseingang legte um 16 Prozent auf 172,9 Millionen Euro zu.

Die Prognose für das laufende Jahr hatte das Unternehmen wegen der Corona-Pandemie Ende März zurückgezogen und mitgeteilt, mit 1,25 Euro je Aktie deutlich weniger Dividende für das Jahr 2019 als im Vorjahr an die Anteilseigner zahlen zu wollen. Ein Jahr zuvor hatte die Ausschüttung noch bei 2,30 Euro gelegen.

Zudem will der Konzern seinen Vorstand verkleinern. Ab dem 1. Januar soll es nur noch einen Unternehmenschef und einen Vorstand für das operative Geschäft geben. Bislang gehört dem Führungsgremium noch der Finanzvorstand an. Unterstützt werden soll der Vorstand zukünftig durch ein neues Team, dem neben den Vorstandsmitgliedern vor allem die Finanz-, Verkaufs- und Technologiechefs angehören sollen.

Ab dem nächsten Jahr bekommt der Spezialpumpenhersteller mit Britta Giesen eine Chefin. Der derzeitige Vorstandsvorsitzende Eric Taberlet geht dann wie geplant in den Ruhestand. Pfeiffer Vacuum gehörte seit November 2018 zu gut der Hälfte dem Pumpenhersteller und Familienkonzern Busch. Bis Ende 2019 schraubte Busch den Anteil auf etwas mehr als 60 Prozent nach oben./mis/mne/stw/jha/