PARIS (dpa-AFX) - Die Corona-Krise belastet Frankreichs Wirtschaft massiv. Im März sei die Stimmung in den Unternehmen so stark wie noch nie eingebrochen, wie aus Daten des Statistikamtes Insee vom Donnerstag hervorgeht. Der Indexwert für das Geschäftsklima sei um 10 Punkte auf 95 Zähler gefallen. Einen derart starken Einbuch hat es seit Beginn der Erhebung nicht gegeben.

Im März wurden weite Teile der französischen Wirtschaft zur Eindämmung der Epidemie heruntergefahren. Nach Einschätzung von Experten sind derzeit nur etwa 65 Prozent der Wirtschaft des Landes aktiv. Analysten hatten daher mit einem Einbruch des Insee-Konjunkturbarometers für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone gerechnet, waren aber nur von einem Rückschlag auf 97 Punkte ausgegangen.

Bereits am Dienstag hatte das britische Marktforschungsinstitut IHS Markit einen historischen Einbruch bei der Stimmung der französischen Einkaufsmanager gemeldet. Laut Markit trübte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor wesentlich stärker ein als in der Industrie. Die Dienstleisterstimmung sank demnach auf den niedrigsten Stand seit Erhebungsstart vor etwa 22 Jahren.

In Deutschland, der größten europäischen Volkswirtschaft, zeigte sich eine ähnliche Entwicklung wie in Frankreich. Auch hier war es im März zu einem historischen Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas gekommen. Die französische Regierung versucht derzeit mit einem Konjunkturprogramm in einem Volumen von 45 Milliarden Euro die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise abzufedern./jkr/ssc/mis