MAINZ (dpa-AFX) - Die Datenschützer der Länder und des Bundes sehen Mängel beim Online-Bürosoftwarepakt Office 365 von Microsoft . Ein Positionspapier des Arbeitskreises Verwaltung komme zu dem Ergebnis, dass auf Basis von Unterlagen von Microsoft mit Stand Januar 2020 kein datenschutzgerechter Einsatz von Microsoft Office 365 möglich sei. Die Konferenz der Datenschutzbehörden (DSK) habe dieses Papier mehrheitlich zustimmend zur Kenntnis genommen, teilte der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz, Dieter Kugelmann, am Mittwoch in Mainz mit.

Nun soll eine Arbeitsgruppe der DSK gebildet werden, die Gespräche mit dem weltgrößten Software-Hersteller aufnehmen soll, "um zeitnah datenschutzrechtliche Nachbesserungen zu erreichen". Die DSK sei sich einig, dass es Nachbesserungen brauche.

Office 365 besteht aus den Onlineversionen von populären Microsoft-Programmen wie Word, Outlook, PowerPoint, Excel sowie der Besprechungs- und Chat-Plattform Teams. Die Online-Software wird dabei aus deutschen Rechenzentren bereitgestellt. Mit Produkten wie diesen möchte Microsoft Anforderungen deutscher Unternehmen Rechnung tragen, die eine Auslagerung von Daten und Anwendungen auf Server in den USA nicht vornehmen wollen oder dürfen.

Eine Sprecherin des Konzerns betonte, Datenschutz habe für Microsoft oberste Priorität. "Microsoft beachtet die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen in den Märkten, in denen wir tätig sind, sehr genau. Wir sind überzeugt, dass unsere Produkte im Allgemeinen und damit auch Microsoft Office 365 im Einklang mit dem anwendbaren Datenschutzrecht genutzt werden können." Man begrüße die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe aus den Behörden auf Bundes- und Länderebene, um Fragen und Anliegen gemeinsam zu erörtern und Lösungen zu erarbeiten, "wie wir es auch in der Vergangenheit bereits mit anderen Kunden und Behörden getan haben"./chs/DP/he