HAMBURG (dpa-AFX) - Der auf Einkaufszentren spezialisierte Immobilienkonzern Deutsche Euroshop hat im ersten Quartal von Lockerungen der Corona-Beschränkungen profitiert. Das Unternehmen sieht inzwischen wieder mehr Licht am Horizont. "Wir erwarten ein Übergangsjahr zu einer neuen Normalität", sagte Konzernchef Olaf Borkers bei der Zahlenvorlage. Menschen kehrten inzwischen zurück in die Innenstädte, Einkaufszentren und Geschäfte. Der Vorstand bestätigte seine Prognose, die Aktie legte am Freitagmorgen zu.

Von früheren Niveaus ist der Handel aber noch klar entfernt. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Euroshop bei seinen Mietern im ersten Quartal mehr als doppelt so viele Kunden, wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte. Dies seien aber nur rund 70 Prozent der üblichen Besucher verglichen mit dem ersten Quartal 2019, das noch von der Pandemie komplett unbeeinflusst gewesen war.

Dementsprechend liegen auch die bestätigten Jahresziele deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Der operative Gewinn gemessen am sogenannten Funds from Operations (FFO) soll 2022 bei 1,95 bis 2,05 Euro je Aktie liegen nach 1,98 Euro ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal verbesserte sich diese operative Kennzahl um 39 Prozent auf 31,3 Millionen Euro, der FFO je Aktie erhöhte sich um fast 42 Prozent auf 0,51 Euro. Mögliche Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf das Konsumverhalten und die Umsätze der Mieter seien beim Ausblick noch nicht enthalten. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen damit, dass die Pandemie ohne weitere Geschäftsschließungen unter Kontrolle gebracht werden kann.

Ein Händler stufte den Quartalsbericht unterdessen als "recht konstruktiv" ein. "Dies dürfte die Stimmung für die Aktie stützen." Die im SDax notierte Aktie stieg zuletzt um 1,2 Prozent auf 15,49 Euro. Im laufenden Jahr verlor das Papier rund 39 Prozent an Wert, während der SDax ein Fünftel einbüßte.

Deutsche Euroshop hielt von Januar bis März mit plus 0,3 Prozent auf 52,1 Millionen Euro den Umsatz nahezu stabil. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg hingegen um fast ein Viertel auf 39,3 Millionen Euro - ausschlaggebend waren deutlich geringere Wertberichtigungen auf Mietforderungen als im Vorjahr. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn um fast zehn Prozent auf 24,5 Millionen Euro.

Der Shoppingcenter-Spezialist hat in der Pandemie Blessuren einstecken müssen. Im ersten Corona-Jahr brach das Ergebnis ein, 2021 wurde dann unter dem Strich dank gestiegener Immobilienbewertungen ein zweistelliger Millionengewinn erzielt. Im Tagesgeschäft aber drückten im vergangenen Jahr die Lockdowns auf Umsatz und Ergebnis, da das Unternehmen während der Zeit der Schließung bei besonders trudelnden Einzelhändlern auf die Hälfte der Mieteinnahmen verzichtete./tav/jcf/stk