WIESBADEN (dpa-AFX) - Der deutsche Außenhandel hat sich im Mai etwas von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vormonat um 9,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Importe erhöhten sich gegenüber April um 3,5 Prozent.

Die Verbesserungen blieben aber hinter den Erwartungen der Experten zurück. Analysten hatten im Schnitt mit 14,0 Prozent mehr Ausfuhren und 12,4 Prozent mehr Einfuhren gerechnet.

Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Rückgange mit 29,7 Prozent (Exporte) und 21,7 Prozent (Importe) nach wie vor sehr hoch. Das zeigt, wie stark der Außenhandel in Deutschland weiter unter der Corona-Krise leidet. Besonders stark sanken die Ausfuhren nach Großbritannien und in die USA. Die Exporte nach China gingen moderater zurück.

Ein ähnlich drastisches Bild ergibt der Vergleich mit dem Vorkrisenniveau: Gegenüber Februar liegen die Ausfuhren insgesamt 26,8 Prozent niedriger, die Einfuhren sanken seither um 18,2 Prozent. Im Februar waren die starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens, mit denen die Corona-Pandemie eingedämmt werden sollte, in Deutschland noch nicht in Kraft.

Der traditionell hohe Exportüberschuss Deutschlands fällt gegenwärtig deutlich niedriger aus. Im Mai betrug er den Angaben zufolge 7,1 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte er mit 20,7 Milliarden Euro fast dreimal so hoch gelegen./bgf/jha/