ROM (dpa-AFX) - Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat auf der Suche nach einer neuen Regierung für Italien mit Verbänden und Gewerkschaften beraten. Am Mittwoch sprach der 73-Jährige in Rom zudem unter anderem mit Vertretern von Kommunen, Provinzen und Regionen. Der Umweltverband WWF teilte am Abend mit, dass Draghi die Schaffung eines neuen Ministeriums für ökologischen Umbau plane. Von seiner Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Dies neue Form des Umweltministeriums solle ressortübergreifend angelegt sein, hieß es vom WWF. Die Ankündigung war etwas Besonderes

- bisher wurden kaum Informationen über Draghis Pläne bekannt. Der

ehemalige Banker selbst gab zu seinen rund einwöchigen Gesprächen bislang keine Erklärung ab. Vertreter der bisher mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung hatten mehrfach gesagt, sie würden ein "Super-Ministerium für Umwelt" begrüßen.

Am Dienstagabend war eine zweite Sondierungsrunde mit den Parlamentsparteien zu Ende gegangen. Viele haben ihre Zustimmung zu einer Draghi-Regierung zum Ausdruck gebracht. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, die eigentlich schon darüber abstimmen wollte, ob sie Draghi unterstützt, verschob die Wahl überraschend. Parteigründer Beppe Grillo plädierte am Dienstagabend in einem Video dafür, zu warten, bis Draghi klare Pläne formuliert habe. Die Bewegung ist eine starke Kraft im Parlament. Draghi muss dort eine Mehrheit finden./jon/DP/he