WIESBADEN (dpa-AFX) - Wohnung statt Haus mit Garten: Der Trend zu Ein- und Zweifamilienhäusern ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit geraumer Zeit rückläufig. Seit 2005 ist der Anteil der Wohnungen in diesen Häusern zugunsten von Unterkünften in Mehrfamilienhäusern gesunken. Im Jahr 2015 wurden erstmals seit 1997 wieder mehr Wohnungen in Mehrfamilien- als in Ein- und Zweifamilienhäusern gebaut, wie die Wiesbadener Behörde am Donnerstag mitteilte. Im Bestand dominieren allerdings die Einfamilienhäuser.

Zwei Drittel (66,7 Prozent) aller Wohngebäude waren den Angaben zufolge 2019 Einfamilienhäuser. Sie sind wegen der Platzbedarfs vor allem auf dem Land verbreitet. An der Spitze liegen die ostfriesischen Landkreise Aurich (Anteil: 86,1 Prozent) und Leer (85,9 Prozent) sowie Dithmarschen (85,5 Prozent) im Westen Schleswig-Holsteins.

Deutlich seltener sind Einfamilienhäuser in Großstädten, in denen Bauland in der Regel auch mehr kostet als auf dem Land. Am geringsten ist der Anteil in Stuttgart mit gut 35 Prozent, gefolgt von Düsseldorf, Frankfurt am Main und Gelsenkirchen (jeweils rund 40 Prozent).

Der Vorteil aus Sicht der Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern: Sie haben deutlich mehr Platz als in Gebäuden mit mehr Parteien. Von den insgesamt rund 256 000 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2019 entstanden 40 Prozent in Ein- und Zweifamilienhäusern. Sie waren mit durchschnittlich 152 Quadratmetern fast doppelt so groß wie in Mehrfamilienhäusern (78 Quadratmeter). Freistehende Einfamilienhäuser boten mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 157 Quadratmetern noch etwas mehr Raum.

Vor allem Einfamilienhäuser wurden in den vergangenen Jahren größer. Zwar wurden 2019 weniger als halb so viele solcher Häuser gebaut wie noch 1999. Im Schnitt boten sie aber rund 14 Prozent mehr Platz als 20 Jahre zuvor. Wohnungen in Mehrfamilienhäusern wurden um etwa 7 Prozent größer.

Der Trend zum Mehrfamilienhaus setzte sich im vergangenen Jahr fort. Von den 288 000 Wohnungen, die von Januar bis November 2020 genehmigt wurden, sollen 169 000 in diesen Gebäuden entstehen. Das entspricht einem Anteil von 59 Prozent. Demgegenüber standen 109 000 genehmigte Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern - ein Anteil von 38 Prozent. Die übrigen Genehmigungen betrafen Wohnheime./mar/DP/mis