MAINZ (dpa-AFX) - Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält nichts vom Vorschlag von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), die aktuellen Preissteigerungen mit einer steuerfreien Einmalzahlung abzufedern. "Das ist keine nachhaltige Hilfe. Das Leben wird auch in den kommenden Monaten teurer", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende René Klemmer am Montag in Mainz. Notwendig seien vielmehr dauerhafte Lohnerhöhungen, die sich später auch auf das Rentenniveau auswirkten. Insbesondere die unteren Entgeltgruppen stünden angesichts des immensen Reallohnverlusts vor echten finanziellen Problemen.

Klemmer begrüßte zugleich die angekündigte sogenannte "konzertierte Aktion" des Bundeskanzlers am 4. Juli. Dabei soll gemeinsam mit Spitzenvertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber beraten werden, wie die Preisentwicklung in den Griff zu bekommen ist.

Scholz hatte eine steuerfreie Einmalzahlung durch die Arbeitgeber angeregt, die Gewerkschaften sollten im Gegenzug bei Tarifrunden auf einen Teil der Lohnsteigerungen verzichten. Ziel ist es, ein weiteres Drehen der Inflationsspirale möglichst zu verhindern.

Der Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser (Linke) stellte sich hinter die Kritik der Gewerkschafter. Er sagte: "Statt sich dreist in freie Tarifverhandlungen einzumischen, sollte sich Olaf Scholz lieber darum kümmern, dass die Bundesregierung ihre bisher offenkundig unzureichenden Entlastungspakete kräftig nachbessert."/abc/DP/ngu