HAMBURG (dpa-AFX) - Der Rohstoffboom der letzten Monate hat den Kupferkonzern Aurubis auch im zweiten Geschäftsquartal angetrieben. Dabei profitierte das Unternehmen von einer hohen Nachfrage sowie gestiegenen Metallpreisen, wie Aurubis am Montag in Hamburg mitteilte. Dazu kamen höhere Raffinierlöhne für Recyclingmaterial - also Geld, das das Unternehmen für die Umwandlung von Kupferschrott bekommt.

Für die Aktie ging es am Morgen zunächst dennoch nach unten. Zum Handelsstart verlor das Papier fast zwei Prozent, machte das Minus jedoch rasch wett und gewann am Vormittag gut ein Prozent. Dem Analysten Christian Obst von der Baader Bank zufolge haben die Hamburger die Erwartungen erfüllt. Er strich Aurubis aber von seiner "Top Picks"-Liste, weil der Aktienkurs inzwischen nahe am Kursziel von 80 Euro angekommen sei, so der Experte.

Die Papiere hatten am Freitag erst mit 79,40 Euro ein Hoch seit Februar 2018 erreicht. Gewinnmitnahmen sollten nach der Rally nicht überraschen, hatte ein Händler am Morgen erklärt.

Umsatz und Gewinn legten bei Aurubis in den Monaten Januar bis März deutlich zu. Das um Metallpreisschwankungen bereinigte operative Ergebnis vor Steuern stieg etwa um 72 Prozent auf 103 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das Konzernergebnis erhöhte sich in gleichem Maße auf 79 Millionen Euro. Dabei wirkten sich auch Einsparungen positiv aus. Der Umsatz nahm um 23 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro zu. "Unsere Metalle und Produkte profitieren von einer wachsenden Nachfrage aus allen Bereichen der Wirtschaft", erklärte Konzernchef Roland Harings.

Kupfer ist am Weltmarkt aktuell stark gefragt, der Preis kennt seit Monaten nur eine Richtung: nach oben. Erst am Freitag hatte das Metall an der Rohstoffbörse in London ein Rekordhoch erzielt und damit die alte Bestmarke von 2011 abgelöst. Allein im laufenden Jahr hat der Kupferpreis um mehr als 30 Prozent zugelegt. Die Nachfrage wird derzeit getrieben durch die Aussicht auf konjunkturelle Besserung. Fortschreitende Corona-Impfungen lassen auf weniger Beschränkungen und eine anziehende Wirtschaftsaktivität hoffen. Davon profitiert die Nachfrage nach Rohstoffen wie Kupfer.

So lässt etwa der Elektroautoboom die Nachfrage nach dem Metall kräftig steigen. Aber auch Hersteller von Telekommunikations-, Haushalts- und Unterhaltungselektronik brauchen reichlich davon. Eine hohe Nachfrage sowie ein hohes Angebot an Kupferkonzentraten und Recylingmateralien sind denn auch positiv für Aurubis, letzteres auch, weil es für eine gute Auslastung der Schmelzöfen sorgt.

Die Jahresprognose für 2020/21 (per Ende September) wurde bestätigt. So erwartet Aurubis ein operatives Ergebnis vor Steuern zwischen 270 und 330 Millionen Euro. Damit geht das Unternehmen von einer deutlichen Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr aus, als rund 221 Millionen erreicht wurden.

Die Auswirkungen der Pandemie auf den Verlauf des weiteren Geschäftsjahres schätzt Aurubis als sehr gering ein. Bei anhaltend guter Minenproduktion werde sich das Unternehmen ausreichend mit Kupferkonzentraten versorgen können, hieß es. Für Altkupfer rechnet das Management "mit einem sehr guten Mengenangebot bei Raffinierlöhnen auf weiterhin hohem Niveau". Die weiter hoch erwarteten Metallpreise sollten sich ebenfalls positiv auswirken./nas/mne/jha/