LONDON (dpa-AFX) - Einen Tag vor der Hauptversammlung des Energiekonzerns Uniper <DE000UNSE018> haben die Hedgefonds Elliott und Knight Vinke vorerst Druck von dem Kraftwerkbetreiber genommen. Die Finanzinvestoren zogen jeweils ihre Anträge mit Forderungen an das Uniper-Management zurück, wie Elliott und Knight Vinke am Dienstag unabhängig voneinander mitteilten. Der Kurs der Uniper-Aktie brach zunächst um mehr als fünf Prozent ein und lag am frühen Nachmittag noch mit rund 3,5 Prozent im Minus.

Elliott hatte Ende März gefordert, dass Uniper einen Beherrschungsvertrag mit seinem finnischen Großaktionär Fortum <FI0009007132> vorbereiten soll. Darüber sollte die an diesem Mittwoch stattfindende Hauptversammlung abstimmen. Elliott hielt letzten Angaben zufolge knapp 18 Prozent an Uniper. Knight Vinke, der mit rund 5 Prozent beteiligt ist, hat von Uniper die Abspaltung des russischen und des schwedischen Stromerzeugungsgeschäfts gefordert und einen entsprechenden Antrag zur Hauptversammlung gestellt. Vorstand und Aufsichtsrat lehnten das Ansinnen ab.

Hintergrund der Anträge war der schwelende Streit zwischen Uniper und Fortum. Der finnische Energiekonzern hatte Mitte des vergangenen Jahres den Anteil von Eon <DE000ENAG999> von 46,65 Prozent an Uniper übernommen und hält aktuell knapp 50 Prozent der Anteile. Eine Komplettübernahme, wie zunächst von Investoren erhofft, ist derzeit jedoch nicht möglich - sie wird von einem Veto der russischen Kartellbehörden blockiert. Begründet wird das Veto mit dem Geschäft mit Wasseraufbereitung von Uniper, das Russland als "strategisch" einstuft. Fortum hatte danach den Vorwurf erhoben, das Uniper-Management habe in Russland aktiv gegen den Deal mit Eon gearbeitet.

Der aktivistische Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott hatte bereits auf der Hauptversammlung im vergangenen Jahr eine Sonderprüfung des Sachverhalts beantragt.

Das Management von Uniper hatte sich lange gegen die Übernahme gewehrt. Aus Ankündigungen, mit Fortum verschiedene Möglichkeiten für eine Kooperation zu prüfen, wurde bis heute nichts. Fortum-Chef Pekka Lundmark hatte sich mehrfach frustriert über die fehlende Kooperation gezeigt. Nach dem Rückzug von dem erkrankt pausierenden Chef Klaus Schäfer sowie Finanzvorstand Christopher Delbrück per Ende Mai soll ein neues Management rund um den ehemaligen Thyssenkrupp-Manager Andreas Schierenbeck die Beziehung mit Fortum renovieren. Derzeit laufen bereits Gespräche mit Fortum, um verschiedene Optionen auszuloten. Ergebnisse sind nicht vor Ende des Sommers zu erwarten.

Unklar blieb die Rolle Fortums auf der Hauptversammlung. Zuletzt hatte es von Uniper geheißen, man habe keine Kenntnisse über das Abstimmverhalten des Hauptaktionärs./nas/stw/jha/