HAMBURG (dpa-AFX) - Die IG Metall Küste stellt am Freitag (10.00 Uhr) die Ergebnisse einer neuen Umfrage bei Betriebsräten von Werften und Zulieferbetrieben vor. Bezirksleiter Meinhard Geiken und Thorsten Ludwig von der Bremer Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS) erläutern die Auftragslage und Beschäftigung im deutschen Schiffbau aus Sicht der Arbeitnehmerseite.

Der Schiffbau in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, obgleich die Branche weltweit in eine Auftragskrise geraten ist. Das liegt an der Fokussierung der deutschen Werften auf Hightech-Schiffe, besonders Kreuzfahrtschiffe, Fähren, Luxusjachten und einige kleinere Spezialsegmente. Die sind auf den Weltmärkten nach wie vor gefragt, während die Bauwerften für Container- oder Massengutschiffe in Asien in die Krise gerieten.

Nach Angaben des Branchenverbandes für Schiffbau und Meerestechnik verfügten die deutschen Werften zum Ende des vergangenen Jahres über einen Auftragsbestand von mehr als 20 Milliarden Euro, das waren 2,5 Milliarden Euro weniger als im Jahr zuvor. Sie beschäftigen rund 19 500 fest angestellte Mitarbeiter.

Gefahr droht der Branche aus China. Die chinesische Führung hat die Marktführerschaft im Schiffbau als strategisches Ziel ausgegeben und drängt in den Hightech-Markt. Bei Fähren sind die Chinesen schon eine starke Konkurrenz für europäische Betriebe, auch dank günstiger Preise. Auch mit dem Bau von komplexen Kreuzfahrtschiffen haben chinesische Werften begonnen, zunächst aber für den heimischen Markt./egi/DP/zb