LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im Juli weiter verschlechtert. Mit weniger als 50 Punkten deutet der Einkaufsmanagerindex von S&P Global erstmals seit gut zwei Jahren wieder auf eine wirtschaftliche Schrumpfung hin. Der Indikator fällt zum Vormonat um 2,3 Punkte auf 49,8 Zähler, wie S&P am Montag in London mitteilte. Ein vorläufiges Ergebnis wurden allerdings leicht nach oben revidiert.

Der Industriesektor versinke in einem immer steileren Abschwung und erhöhe damit das Rezessionsrisiko, kommentierte Chris Williamson, Chefökonom von S&P Global. Die Auftragseingänge seien stark zurückgegangen, ein Zeichen für eine fallende Nachfrage. Ein positiver Aspekt der Nachfrageflaute seien die nachlassenden Lieferengpässe. "Dies hat wiederum dazu beigetragen, dass der Preisdruck in der Industrie erheblich gesunken ist."

Zum Abschwung trugen auch die vier größten Volkswirtschaften des

Währungsraums bei. In Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien deuten die Indikatoren jeweils auf wirtschaftliche Schrumpfung hin. Spitzenreiter blieben die Niederlande, wenngleich auch dort der Indikator nachgab. Gestiegen sei der Einkaufsmanagerindex nur in Österreich.

Hintergrund der Industrieschwäche ist ein ganzer Reigen wirtschaftlicher Probleme. Dazu zählen der Krieg Russlands gegen die Ukraine, anhaltende Lieferprobleme im globalen Warenhandel und die vielerorts sehr hohe Inflation.

Die Daten im Überblick:

Region/Index Juni Prognose Vorläufig Vormonat

EURORAUM

Industrie 49,8 49,6 49,6 52,1

DEUTSCHLAND

Industrie 49,3 49,2 49,2 52,0

FRANKREICH

Industrie 49,5 49,6 49,6 51,4

ITALIEN

Industrie 48,5 49,0 - 50,9

SPANIEN

Industrie 48,7 50,0 - 52,6°

(Angaben in Punkten)

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