LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im August zum zweiten Mal in Folge verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex des Forschungsunternehmens IHS Markit gab zum Vormonat um 1,4 Punkte auf 61,4 Zähler nach, wie Markit am Mittwoch in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Ein erstes Resultat wurde leicht nach unten korrigiert.

Trotz des Rückgangs liegt der Indikator auf hohem Niveau. Die befragten Unternehmen berichteten aber erneut von erheblichen Versorgungsproblemen und hohen Einkaufspreisen. Hintergrund sind Lieferschwierigkeiten im Welthandel, die schon seit längerem auftreten und nur zum Teil mit der Corona-Pandemie in Verbindung stehen.

Die Zulieferer hätten entweder nicht genug produzieren können oder es mangele ihnen an Transportkapazitäten, erklärte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Dies schlage sich in einem sehr hohen Produktionsrückstand sowie steigenden Verkaufs- und Einkaufspreisen nieder. Die anhaltend hohen Materialpreise verschärften die Probleme der Unternehmen.

Im Ländervergleich war die Industriestimmung am besten in den Niederlanden, gefolgt von Irland und Deutschland. Allerdings fiel die Entwicklung in den vier größten Volkswirtschaften uneinheitlich aus. In Deutschland und Frankreich trübte sich die Stimmung ein, in Italien und Spanien stiegen die Indikatoren an.

Die Daten im Überblick:

Region/Index August Prognose Vorläufig Vormonat

EURORAUM

Industrie 61,4 61,5 61,5 62,8

DEUTSCHLAND

Industrie 62,6 62,7 62,7 65,9

FRANKREICH

Industrie 57,5 57,3 57,3 58,0

ITALIEN

Industrie 60,9 60,1 - 60,3

SPANIEN

Industrie 59,5 59,0 - 59,0°

(Angaben in Punkten)

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