JENA (dpa-AFX) - Der Chipboom hat den Technologiekonzern Jenoptik auch im ersten Quartal angetrieben. Die SDax -Firma startete mit einem kräftigen Umsatzplus in das Jahr. Allerdings konnte das Ergebniswachstum nicht mit dem Erlös Schritt halten, was auf die Profitabilität drückte. An der Börse kam das nicht gut an - ebenso wie der Hinweis, dass sich die Ukraine-Risiken weiterhin nicht einschätzen lassen. Der Aktienkurs rutschte am Mittwoch deutlich ab.

Im frühen Handel verlor die Aktie als einer der schwächsten SDax-Werte mehr als achteinhalb Prozent auf ein Tief seit einem Jahr. Damit setzt sich der bereits monatelange Kursrückschlag fort. Selbst positive Aussagen zum Geschäftsverlauf von Konzernchef Stefan Traeger aus dem April konnten das Papier nur kurz antreiben. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 40 Prozent, nachdem die Aktie 2021 noch massiv zugelegt hatte.

Im Jahresvergleich legte der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten in den fortgeführten Geschäften um rund 39 Prozent auf 208,5 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch in Jena mitteilte. Dabei wirkten sich auch die beiden 2021 getätigten Übernahmen Jenoptik Medical und Swissoptic aus, die in den Zahlen erstmalig enthalten sind. Hingegen weist der Konzern seine Kennziffern ohne die inzwischen an einen Fonds des Finanzinvestors Star Capital Partnership verkaufte Militärtechniksparte Vincorion aus - der Abschluss der Transaktion wird noch für das erste Halbjahr erwartet.

Wie Vorstandsvorsitzender Traeger sagte, schlägt sich ein "extrem starker Auftragseingang" in den vorgelegten Zahlen nieder. Insbesondere aus der Halbleiterausrüstungsindustrie seien Order eingegangen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzernchef der bestätigten Prognose zufolge insgesamt einen Umsatzanstieg um mindestens 20 Prozent.

Der Konzern profitiere vornehmlich von den globalen Trends Digitalisierung, Gesundheit und Mobilität, hieß es weiter. Voraussetzung für das geplante Wachstum sei unter anderem, dass sich der Ukraine-Konflikt mit den eingeleiteten Sanktionen und möglichen Auswirkungen auf Preisentwicklungen und Lieferketten nicht weiter zuspitze. Unsicherheiten ergeben sich auch aus dem weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie und anhaltenden Lieferengpässen. Allerdings sei Jenoptik zuversichtlich, diese gut managen zu können.

Im ersten Quartal verbesserte Jenoptik das Betriebsergebnis (Ebitda) um mehr als ein Viertel auf 21 Millionen Euro, wegen des überproportionalen Umsatzanstiegs sank die operative Marge jedoch um 0,9 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent. Damit lag die Profitabilität weit unter dem bekräftigten Jahresziel einer Ebitda-Marge von rund 18 Prozent, allerdings habe im Vorjahresquartal ein Einmaleffekt aus einem Zukauf die Profitabilität gestützt. Unter dem Strich kletterte der Gewinn zum Jahresauftakt um 15 Prozent auf 3,1 Millionen Euro.

Jenoptik ist mit rund 4500 Mitarbeitern als Anbieter von Optik und Messtechnik unter anderem in der Medizintechnik und der Ausrüstung für die Halbleiterindustrie aktiv, bietet aber auch Mess- und Automatisierungslösungen für die Auto-, Luft- und Raumfahrtindustrie./tav/DP/mne/jha/