HAMBURG (dpa-AFX) - Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich <DE0006219934> bekommt die schwächelnde Konjunktur immer stärker zu spüren. Im dritten Quartal beschleunigte sich der Rückgang bei den Auftragseingängen deutlich, wie der Konzern am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Die Aufträge sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,6 Prozent auf 949 Millionen Euro. Allerdings kann das Unternehmen noch von den guten Bestellungen in der Vergangenheit zehren, Umsatz und Gewinn kletterten weiter.

Die im SDax notierte Aktie legte am Vormittag um zuletzt rund 2 Prozent auf 24,44 Euro. Baader-Bank-Experte Peter Rothenaicher wertete den Umsatz als stark. Ein Händler sah in der Folge auch den Gewinn besser als erwartet. Zudem waren am Donnerstag an den Börsen konjunktursensible Werte allgemein gefragt, weil sich USA und China nach Angaben aus Peking auf eine schrittweise Reduzierung von gegenseitigen Strafzöllen geeinigt haben.

Der Aktienkurs des Konzerns ist seit Anfang 2018 eher auf dem absteigenden Ast, damals lag er noch über 42 Euro. Seit Mitte August etwa zeigt die Aktie aber wieder eine leichte Tendenz nach oben.

Der Konzern blickt angesichts der Konjunkturunsicherheiten weiter vorsichtig in die Zukunft. "Das Umsatzwachstum ist erfreulich. Wir spüren jedoch die konjunkturelle Eintrübung durch rückläufige Marktzahlen", sagte Finanzvorstand Volker Hues. Am Markt herrscht laut dem Unternehmen ein spürbarer Preisdruck, die Werksauslastung gehe zudem zurück, hieß es vom Unternehmen. Die Produktion hat Jungheinrich im dritten Quartal bereits zurückgefahren.

Der Umsatz zwischen Juli und September stieg im Jahresvergleich um 11 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um 6,5 Prozent auf 70,5 Millionen Euro. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um 8,1 Prozent auf 46,8 Millionen Euro.

Der Konzern bestätigte seine Umsatz-, Ergebnis- und Auftragsprognose. Die Nettoverschuldung werde aber 2019 niedriger ausfallen als bisher geplant. Ende Juli hatte der Konzern im Zuge der schwächelnden Konjunktur seinen Ausblick für den Auftragseingang und das Ergebnis gesenkt./men/ssc/mis