DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Am Markt schrumpft zunehmend die - ohnehin geringe - Hoffnung auf ein höheres Angebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky für den Handelskonzern Metro <DE000BFB0019>. Kretinsky ließ am Wochenende entsprechende Spekulationen dementieren. Der Kurs der Metro-Aktie brach am Montagvormittag ein. Derweil neigt sich die Bieterfrist ihrem Ende zu.

"Spekulationen über eine mögliche Anhebung des gebotenen Preises auf 17 Euro sind nicht korrekt", sagte ein Sprecher des Bieterkonsortiums EPGC um Kretinsky am Wochenende der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt. Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac setzten seinen Worten zufolge weiter auf "konstruktive Gespräche" mit wichtigen Metro-Aktionären.

Am späten Freitagnachmittag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, dass sich Kretinsky und Thac mit zwei Metro-Großaktionären treffen und eine Erhöhung des Gebots von 16 auf 17 Euro erwägen. Die im MDax <DE0008467416> notierte Metro-Aktie dreht nach Veröffentlichung des Bloomberg-Berichts ins Plus und schloss am Freitag den Xetra-Handel mit einem Gewinn von fast 9 Prozent auf 15,50 Euro - blieb damit aber weiter unter dem angebotenen Übernahmepreis.

Am Montagvormittag ging es nach dem Dementi vom Wochenende für den Kurs deutlich bergab - die Aktie stürzte um über 6 Prozent auf 14,55 Euro. Neben geplatzten Hoffnungen auf mehr Geld für die Aktionäre bewertet der Aktienmarkt die Erfolgsaussichten der Übernahme weiter skeptisch.

Die Offerte von EPGC läuft noch bis diesen Mittwoch (7. August). Das Konsortium will mindestens 67,5 Prozent der Anteile, konnte aber bisher nur ein Drittel der Stammaktien einsammeln. So konnte sich Kretinsky die Unterstützung des Großaktionärs Haniel sichern, der seine restlichen Anteile von gut 15 Prozent bereits angedient hat. Es ist dabei nicht unüblich, dass bei Übernahmen große Pakete oft erst kurz vor Fristende angeboten werden.

In diesem Fall kämpft aber Kretinsky nicht nur gegen die Empfehlung des Aufsichtsrats und des Vorstands, die Offerte wegen des zu geringen Preises abzulehnen, sondern auch gegen den Widerstand zweier Großaktionäre. So hatten sich Anfang der Woche die Meridian Stiftung und die Beisheim Gruppe, die zusammen rund 20,55 Prozent der Metro-Anteile halten, zusammengetan. Sie wollen ihre Stimmrechte künftig gemeinsam ausüben. Zudem kündigten sie an, weitere Aktien kaufen zu wollen. Auch sie halten den Preis für zu gering. Die Meridian-Stiftung und die Beisheim-Gruppe hatten jedoch auch ausdrücklich betont, sie seien "offen für verschiedene und konstruktive Lösungen".

Damit könnte bei Metro vieles auf eine künftige Pattsituation zwischen den Großaktionären hindeuten. Scheitert das freiwillige Angebot Kretinskys, kann dieser jedoch den nächsten Schritt gehen: Mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent kann das Konsortium ein Pflichtangebot vorlegen - zu einem deutlich niedrigeren Preis als die 16 Euro. Haniel hat sich bereits bereit erklärt, seine Aktien auch für weniger Geld zu verkaufen./nas/zb/mne/jha/