MOSKAU (dpa-AFX) - Russland hat nach der Einigung zur Ostseepipeline Nord Stream 2 die Bereitschaft zu Verhandlungen über einen Gastransit durch die Ukraine über das Jahr 2024 hinaus bekräftigt. Präsident Wladimir Putin habe immer wieder gesagt, dass Russland je nach wirtschaftlicher Notwendigkeit bereit sei, über eine Verlängerung des Vertrags zu sprechen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Der aktuelle Vertrag läuft 2024 aus.

Auch Gazprom-Chef Alexej Miller stellte klar: "Die Frage neuer Mengen (...) für den Transit durch die Ukraine sollte zu Marktbedingungen und zu Marktpreisen entschieden werden." Gazprom sei sogar bereit, mehr Gas durch das Nachbarland zu pumpen. Nord Stream 2 bedeute für den Endkunden allerdings auch geringere Gaspreise, weil der Transportweg durch die Ostsee ein kürzerer sei.

Deutschland hat sich gemäß einer mit den USA abgestimmten Erklärung dazu verpflichtet, bei Russland auf eine Fortsetzung des Vertrags mit der Ukraine um weitere zehn Jahre hinzuwirken. Die völlig verarmte Ukraine ist auf die Gebühren in Milliardenhöhe für die Durchleitung des russischen Gases nach Europa angewiesen.

Peskow sagte zu der deutsch-amerikanischen Erklärung, dass Russland die nun mögliche Fertigstellung der Pipeline Nord Stream 2 begrüße. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, die Energiegroßmacht könne ihre Gasressourcen als politische Waffe nutzen. Russland habe "niemals seine Energieressourcen als Instrument politischen Drucks" benutzt. "Russland war und bleibt immer ein verantwortlicher Garant der Energiesicherheit auf dem europäischen Kontinent", sagte er./mau/DP/stw