BERLIN/MOSKAU (dpa-AFX) - Angesichts der anhaltenden Proteste in Belarus (Weißrussland) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Merkel forderte dabei von der Regierung in Minsk einen "nationalen Dialog mit Opposition und Gesellschaft", um die Krise in der ehemaligen Sowjetrepublik zu überwinden. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert anschließend mit. Die Regierung müsse auf Gewalt gegen friedliche Demonstranten verzichten und politische Gefangene unverzüglich freilassen.

Der Kreml legte in einer Mitteilung zu dem Gespräch zwischen Merkel und Putin einen völlig anderen Schwerpunkt. Er warnte das Ausland vor Versuchen, sich "von außen in innere Angelegenheiten der Republik (Belarus) einzumischen". Dann könnte die Lage weiter eskalieren. Zudem hoffe Moskau, dass sich die Situation im Nachbarland Belarus bald normalisieren werden.

Belarus ist wirtschaftlich abhängig von Russland. Beide Staaten sind Verbündete. Der Kreml hatte sich bereits am Wochenende ähnlich geäußert.

Die Proteste in Minsk gegen Lukaschenko dauern seit der umstrittenen Präsidentenwahl vor mehr als einer Woche an. Auch am Dienstag gab es Streiks in Staatsbetrieben, allerdings deutlich weniger als am Vortag. Aus Betrieben wurde berichtet, dass die Belegschaften eingeschüchtert und an Protesten gegen Lukaschenko gehindert würden. Zudem kam es bereits am Morgen erneut zu einzelnen Straßenprotesten./cs/DP/mis