DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Umbau zu einem reinen Großhändler wird das Ergebnis des Handelskonzerns Metro <DE000BFB0019> im laufenden Geschäftsjahr belasten. Die Restrukturierungskosten sowie ein weiterer zu erwartender Ergebnisrückgang im wichtigen Russlandgeschäft dürften das operative Ergebnis (Ebitda) beeinträchtigen, teilte der Konzern am Mittwochabend in Düsseldorf mit. Die geplanten Verkäufe der Supermarktkette Real sowie des China-Geschäfts sollen Metro dagegen einen Geldregen bescheren. Die Aktien geriet am Donnerstag unter Druck.

Das um Restrukturierungskosten bereinigte Ebitda des fortgeführten Geschäfts erwartet Metro auf dem Vorjahresniveau von gut einer Milliarde Euro, wie es hieß. Nicht berücksichtigt sind dabei mögliche Gewinne aus Immobilienverkäufen. Im fortgeführten Geschäft sind Real sowie das China-Geschäft nicht mehr enthalten. Der Umsatz soll organisch um 1,5 Prozent bis 3 Prozent wachsen. Ausgeklammert sind dabei Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe.

Analyst Volker Bosse von der Baader Bank sprach von einem enttäuschenden Ausblick. Er rechnet nun mit sinkenden Gewinnerwartungen und verwies dabei auch auf eine vermutlich weiterhin schwache Entwicklung des Russland-Geschäfts sowie eine höhere Steuerlast.

Bei den Investoren kam der Ausblick ebenfalls schlecht an. Der Aktienkurs fiel am Vormittag um mehr als dreieinhalb Prozent auf 13,81 Euro und damit auf ein Tief seit Mitte August. Das bedeutete den letzten Platz im Index der mittelgroßen Werte MDax.

Im vergangenen Geschäftsjahr schrieb der Handelskonzern Verluste. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 126 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 333 Millionen erzielt worden war. Hauptverantwortlich waren dabei Abschreibungen auf Real. Im fortgeführten Geschäft konnte Metro den Gewinn um knapp 14 Prozent auf 405 Millionen Euro steigern. Dabei profitierte der Konzern auch von dem Verkauf von Immobilien. Metro-Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro erhalten.

Die Umsätze stiegen leicht um 1,1 Prozent auf 27,1 Milliarden Euro. Hier lasteten negative Wechselkurseffekte auf dem Wachstum. Dynamisch zeigte sich das Belieferungsgeschäft.

Metro ist im Umbau zu einem reinen Großhändler. Das Management um Konzernchef Olaf Koch prüft derzeit mögliche Effizienzmaßnahmen, sowohl in der Hauptverwaltung als auch in den internationalen Querschnitts- und Servicegesellschaften. Die Einsparungen sollen pro Jahr im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Die Kosten hat Metro für das laufende Jahr auf 60 bis 80 Millionen Euro beziffert.

Die Verkäufe von Real und des deutlich vom Einzelhandel geprägten Chinageschäfts sind die letzten großen Bausteine auf dem Weg zum reinen Großhändler. Beim Real-Verkauf hatte Metro vor kurzem eine Kehrtwende vollzogen und die zäh laufenden Gespräche mit dem Bieter Redos beendet. Stattdessen setzt der Konzern nun auf ein Konsortium um Immobilieninvestor X+Bricks als Käufer. Bis Ende Januar soll es zu einem Vertragsabschluss kommen. Auch die Veräußerung des China-Geschäfts an Wumei soll zeitnah abgeschlossen werden. Durch die beiden Transaktionen sollen Metro netto 1,5 Milliarden Euro zufließen./nas/mis/jha/