STOCKHOLM (dpa-AFX) - Der schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) rechnet bereits für das abgelaufene dritte Geschäftsquartal (bis Ende August) wieder mit schwarzen Zahlen im operativen Geschäft. Nach vorläufigen Ergebnissen kommt der Konzern auf einen Vorsteuergewinn von rund 2 Milliarden Schwedischen Kronen (192 Mio Euro), wie er am Dienstag in Stockholm mitteilte. Im zweiten Quartal hatte die Pandemie H&M in die roten Zahlen getrieben, phasenweise musste der Großteil der Läden geschlossen bleiben.

Am Kapitalmarkt sorgten die Nachrichten für Begeisterung. Die H&M-Aktie legte am Morgen um rund 13 Prozent zu. Im laufenden Jahr haben die Titel allerdings rund 15 Prozent an Wert eingebüßt.

Insgesamt gelinge die Erholung in der Corona-Krise bei H&M besser als erwartet, hieß es. Die Kollektionen seien bei den Kunden gut angekommen. Zudem habe H&M in der Pandemie schnelle Entscheidungen getroffen und auf eine starke Kostenkontrolle geachtet.

Aus Sicht von Richard Edwards von der US-Investmentbank Goldman Sachs hat die schwedische Bekleidungskette sowohl mit den Bruttomargen als auch mit den Betriebskosten (Opex) die Erwartungen übertroffen. Die Konsensschätzung für den Jahresgewinn vor Steuern dürfte entsprechend steigen. Auch Analyst James Grzinic vom Analysehaus Jefferies fand lobende Worte. Während der Vorsteuergewinn die Anleger erfreuen dürfte, sei der Umsatz allerdings erwartungsgemäß ausgefallen.

Richard Chamberlain vom Analysehaus RBC zeigte sich derweil von der Profitabilität klar positiv überrascht. Er verdeutlichte aber, dass die Handelsbedingungen kurzfristig schwierig blieben. Auch sollten sich die H&M-Aussagen positiv auf die gesamte Branche auswirken, insbesondere auf die Primark-Mutter AB Foods, Inditex und Next, befand der Experte.

Dennoch bekamen die Schweden die Folgen der Pandemie auch im dritten Geschäftsquartal zu spüren. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 50,9 Milliarden Schwedische Kronen. In den jeweiligen Landeswährungen belief sich der Rückgang auf 16 Prozent. Im zweiten Quartal war der Umsatz im Jahresvergleich noch um die Hälfte eingebrochen.

Zu Beginn des Quartals seien noch etwa 900 der insgesamt über 5000 zum Konzern gehörenden Läden vorübergehend geschlossen gewesen, hieß es in der Mitteilung. Bis Ende August sei diese Zahl auf gut 200 Filialen geschrumpft. Seine ausführlichen Zahlen für das dritte Quartal will H&M am 1. Oktober veröffentlichen.

Der Modehändler war in der Vergangenheit in eine Krise gestürzt, da er relativ spät auf die Konkurrenz von Online-Händlern und billigeren Anbietern reagiert hatte. Vor der Corona-Krise hatte die digitale Neuausrichtung von H&M mit einer neuen Online-Plattform und einem neuen Logistiksystem den Investoren aber wieder Hoffnung gemacht./eas/mne/stk