TEL AVIV (dpa-AFX) - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Iran für die Explosion auf dem Frachtschiff einer israelischen Firma im Golf von Oman verantwortlich gemacht. Dies sei eindeutig, sagte Netanjahu in einem am Montagmorgen veröffentlichten Interview dem Sender Kan. Er bekräftigte erneut, Israel werde einen mit Atomwaffen ausgestatteten Iran nicht zulassen.

Irans Außenministerium wies die Anschuldigungen zurück. "Wir werden nicht zulassen, dass die Zionisten (Israel) mit solchen grundlosen Unterstellungen Unruhe und Panik in der Region auslösen", sagte Ministeriumssprecher Said Chatibsadeh im Staatsfernsehen. Nicht der Iran, sondern Israel sei der Unsicherheitsfaktor in der Region.

Medienberichten zufolge war das Interview mit Netanjahu am Sonntagabend aufgezeichnet worden, also bevor Syrien dem israelischen Militär einen Raketenbeschuss vorwarf. Israel greift regelmäßig Ziele in Syrien an. Diese Angriffe richten sich häufig gegen pro-iranische Milizen. Israel will in dem benachbarten Bürgerkriegsland den militärischen Einfluss des Irans zurückdrängen, der mit der Regierung in Damaskus verbündet ist.

Auf dem Schiff hatte sich am Freitag eine Explosion ereignet. Im Golf von Oman gab es in der Vergangenheit mehrmals Zwischenfälle. So kam es im Sommer 2019 zu mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker, die beschädigt wurden. Dabei richtete sich der Verdacht gegen den Iran, der die Vorwürfe jedoch zurückwies.

Im November war ein iranischer Atomphysiker bei einem Anschlag getötet worden. Die iranische Führung hatte damals USA und Israel beschuldigt. Israel stellte sich danach auf mögliche Racheaktionen Teherans ein./str/fmb/seb/DP/eas