BONN (dpa-AFX) - Die Paketflut bei der Deutschen Post DHL reißt nicht ab. Die Sendungsmengen bleiben infolge der Corona-Pandemie und des florierenden Online-Handels unverändert hoch. Davon profitieren alle Sparten des Logistikriesen. Wie der Dax-Konzern am Mittwoch überraschend mitteilte, fuhr er im zweiten Jahresviertel ein Rekord-Quartalsergebnis ein. Das Management hebt auch daher sein Gewinnziel für das Gesamtjahr erneut an. Es ist bereits die vierte Prognoseerhöhung in diesem Jahr. Die Aktie schnellte nach diesen Nachrichten in der Spitze zunächst auf ein Rekordhoch von 59,60 Euro nach oben, bevor einige Anleger erst einmal Kasse machten. Denn: Allein im bisherigen Jahresverlauf haben die Papiere um mehr als 40 Prozent zugelegt.

Das zweite Quartal habe gezeigt, dass der Boom beim Online-Handel von Dauer sei, kommentierte Post-Chef Frank Appel die Entwicklung. Dazu erhole sich der Welthandel weiter, "wobei wir von beiden Entwicklungen stark profitieren", erklärte der Manager. Alle Sparten arbeiteten weltweit unverändert auf Hochtouren und erzielten prozentual zweistellige Zuwächse beim operativen Ergebnis. Insgesamt sprang der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in den Monaten April bis Juni auf knapp 2,1 Milliarden Euro nach oben. Das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum und der höchste Wert innerhalb eines Quartals überhaupt.

Auf dieser Basis peilt der Konzern jetzt für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn in Höhe von mehr als 7,0 Milliarden Euro an. Bisher hatte das Management mehr als 6,7 Milliarden Euro für das laufende Jahr auf dem Zettel. Bis 2023 erwartet Appel nun einen operativen Gewinn von mehr als 7,4 Milliarden Euro und damit 400 Millionen Euro mehr als bisher geplant.

Auch der freie Barmittelzufluss soll sich besser entwickeln. Hier rechnet der Konzern nun mit mehr als 3,2 Milliarden statt mit mehr als 3,0 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr erreichte die Post hier bereits mehr als 2,0 Milliarden Euro. Weil es für die Deutsche Post so gut läuft, will Appel die weltweit 550 000 Mitarbeiter des Konzerns auch am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen. Jeder Mitarbeiter erhält eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro. Dadurch entstehen dem Konzern insgesamt Kosten in Höhe von 200 Millionen Euro, die allerdings erst im dritten Quartal verbucht werden und in der aktualisierten Gewinnprognose für 2021 enthalten sind.

Die Post hat ihre Prognose die vergangenen Monate immer wieder erhöht. Auch das Auftaktquartal war bereits stark verlaufen. Indes wies der Konzern an diesem Mittwoch darauf hin, dass die Situation in der Luft- und Seefracht angespannt ist. Die Kapazitäten blieben weiterhin knapp. Denn wegen des krisenbedingten Einbruchs im Flugverkehr fehlt der Frachtbranche ein Großteil des Platzes in den Bäuchen der Passagierjets.

Den ausführlichen Quartalsbericht will die Post wie geplant am 5. August vorlegen./knd/mis/stw/mis