OBERNDORF (dpa-AFX) - Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat (77), ist neuer Chefkontrolleur des wirtschaftlich angeschlagenen Waffenherstellers Heckler & Koch. Die Hauptversammlung der Firma wählte Kujat zunächst in den Aufsichtsrat, danach wurde er an die Spitze des dreiköpfigen Gremiums gehievt. Großaktionär Andreas Heeschen hatte den pensionierten General für das Mandat vorgeschlagen. Kujat selbst war bei der Aktionärsversammlung aus persönlichen Gründen nicht anwesend.

Branchenkenner halten die Personalie für einen geschickten Schachzug des Unternehmens, um mit Blick auf einen 250 Millionen Euro schweren Sturmgewehr-Auftrag des Bundes bessere Karten zu haben. Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" hatte Kujat unlängst bereits die Werbetrommel für die Oberndorfer Waffenschmiede gerührt. Die Firma sei "unverzichtbar für unsere nationale Sicherheit", sagte er. Deutschland brauche eine leistungsfähige Rüstungsindustrie. Kritiker wie der Friedensaktivist Jürgen Grässlin halten die Wahl für "puren Lobbyismus".

Kujat war von 2000 bis 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr, danach rückte er in Brüssel als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses auf den höchste Posten des Verteidigungsbündnisses für einen Militär. 2005 ging er in den Ruhestand./wdw/DP/men