GARCHING (dpa-AFX) - Die Deutsche Pfandbriefbank (Pbb) will ihre Aktionäre nach der Aufhebung der EZB-Auflagen noch stärker am Gewinn beteiligen. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, einer noch einzuberufenden außerordentlichen Hauptversammlung die Zahlung einer weiteren Dividende in Höhe von 32 Cent je Aktie vorzuschlagen, wie die auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien spezialisierte Bank am Freitagabend in Garching mitteilte.

Insgesamt läge die Ausschüttung damit bei 43 Millionen Euro.

Das außerordentliche Aktionärstreffen solle noch im Dezember stattfinden. Zusammen mit der bei der regulären Hauptversammlung im Mai beschlossenen Dividendenzahlung von 26 Cent ergäbe sich für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende von 58 Cent. Die Ausschüttungsquote läge dann wieder bei 75 Prozent und damit im Einklang mit der langfristigen Dividendenstrategie.

An der Börse kam die zusätzliche Ausschüttung gut an. Der Kurs der im SDax notierten Aktie legte am Montag in einem schwachen Marktumfeld um rund anderthalb Prozent zu. Das Papier war damit einer der größten Gewinner im Nebenwerteindex. Seit Ende 2020 verteuerte sich das Papier um knapp zwölf Prozent und damit in etwa so wie der Index.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie brach der Börsenwert der Bank allerdings um rund ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro ein. Der Verlust der Pfandbriefbank-Aktie fällt damit seitdem noch etwa höher aus als derjenige des Konkurrenten Aareal Bank . Dessen Marktkapitalisierung fiel seit Ende Januar 2020 um rund ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Euro.

Die Titel der beiden Gewerbeimmobilien-Finanzierer gehören damit in der Corona-Pandemie zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Deshalb stiegen die Aktien der beiden Banken im Juni auch vom MDax in den SDax ab. Die beiden Banken sind an der Börse inzwischen etwas weniger wert als das auf die Vermittlung von Krediten spezialisierte Unternehmen Hypoport , dessen Wert seit in der Corona-Pandemie um mehr als 80 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro kletterte.

Hintergrund des neuen Dividendenvorschlags sind die zum 30. September aufgehobenen Restriktionen der Europäischen Zentralbank (EZB) bezüglich Dividendenzahlungen von Banken. Die EZB hatte im März 2020 mit Blick auf die einsetzende Corona-Krise allen Instituten unter ihrer Aufsicht eine Aussetzung der für 2019 erwogenen Dividendenzahlungen dringend nahegelegt.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sie angesichts der anhaltend hohen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten äußerste Zurückhaltung und zunächst eine Begrenzung der Dividende für das Geschäftsjahr 2020 empfohlen. Im Juli hatten die Währungshüter angesichts einer entspannteren Covid-19-Lage diese Empfehlung mit Wirkung zum 30. September aufgehoben./he/zb/lew/mis