BOULOGNE-BILLANCOURT (dpa-AFX) - Der Renault <FR0000131906>-Verwaltungsrat hat angekündigt, Gespräche über eine mögliche Fusion mit Fiat Chrysler <NL0010877643> (FCA) fortzusetzen. Die Möglichkeit werde weiterhin "mit Interesse" geprüft, erklärte der französische Hersteller am Dienstag in Boulogne-Billancourt bei Paris. Dazu werde sich der Verwaltungsrat auch gegen Ende des Tages am Mittwoch treffen. Es wurde erwartet, dass bald eine Entscheidung über die Aufnahme förmlicher Fusionsgespräche gefällt wird.

Fiat Chrysler hatte in der vergangenen Woche sein Ansinnen mitgeteilt, mit Renault zu fusionieren und zum weltweit drittgrößten Autohersteller aufzusteigen. Der neue Gigant würde die Marktführer Volkswagen <DE0007664039> und Toyota <JP3633400001> herausfordern.

Renault hatte bereits unmittelbar nach Veröffentlichung der Offerte des italienisch-amerikanischen Konzerns mit Interesse reagiert. Auch der französische Staat, der 15 Prozent an Renault hält, reagierte positiv.

Fiat Chrysler hatte vorgeschlagen, dass beide Unternehmensgruppen - also Renault und FCA - je die Hälfte an der neuen Gesellschaft halten. Durch die Fusion erhoffen sich die Konzerne jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Euro. Zusammen würden sie auf 8,7 Millionen Fahrzeuge im Jahr kommen.

Wie der Verwaltungrat von Renault weiter mitteilte, wurde auch die Überprüfung der gemeinsamen, in den Niederlanden angesiedelten Tochtergesellschaft mit dem japanischen Partner Nissan <JP3672400003> abgeschlossen. Es bestätigten sich erste Hinweise, wonach es dort Mängel gab im Hinblick auf die finanzielle Transparenz und Verfahren zur Ausgabenkontrolle.

Nach der Verhaftung des früheren Renault-Konzernchefs Carlos Ghosns in Japan war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi in eine schwere Krise geraten. Ghosn war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.

Seither wurde er mehrfach wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam kürzlich zum zweiten Mal auf Kaution aus der Untersuchungshaft. Ghosn hatte die Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen./ari/DP/he