HAMBURG (dpa-AFX) - Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel gehen die Behörden von rund 600 Betroffenen aus. 500 Menschen aus nahezu allen Hamburger Bezirken, die die Bar "Katze" am 5., 8. oder 9. September besucht hatten, habe man bereits erreicht, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Viele seien schon in Quarantäne. Bislang seien sechs Corona-Tests positiv ausgefallen, "darunter auch bei mehreren Beschäftigten der Bar". Nach etwa 100 Barbesuchern werde noch gesucht. Viele hatten den Angaben zufolge falsche Kontaktdaten hinterlassen.

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Hamburg stieg unterdessen am Donnerstag um 46 Fälle. Der Ausbruch in der "Katze" spiegele sich aber noch nicht in den Zahlen wider, sagte Helfrich. Einen Überblick, wie viele der infrage kommenden Gäste sich in der Bar tatsächlich infiziert haben, werde es wahrscheinlich erst in der kommenden Woche geben.

Am vergangenen Wochenende seien dem Gesundheitsamt die ersten Fälle aus der "Katze" bekanntgeworden. Der Betreiber habe die Bar in dem beliebten Szene- und Partyviertel freiwillig geschlossen, sagte Helfrich. Offenbar war er damit einer drohenden Schließung durch das Gesundheitsamt zuvorgekommen.

In zweiwöchige Quarantäne müsse jeder, der als sogenannte "Kontaktperson eins" eingestuft werde. Da in der Bar infizierte Bedienungen gearbeitet hätten, seien dies alle Gäste, die den Innenraum der "Katze" an den fraglichen Tagen nach 19.00 Uhr betreten haben. "Ich gehe davon aus, dass der überwiegende Teil als Kontaktperson eins eingestuft wird und in Quarantäne gehen muss", sagte Helfrich.

Ein Corona-Test werde vom Gesundheitsamt erst dann angeordnet, wenn Symptome auftreten. Die Quarantäne könne auch nicht - wie etwa im Falle von Reiserückkehrern aus Risikogebieten - durch einen negativen Test vorzeitig beendet werden.

Ein Problem stellen bei der Nachverfolgung möglicher Infektionsketten "Katze"-Besucher dar, die falsche Kontaktdaten hinterlassen haben. "Ein solches Verhalten ist dumm", sagte Helfrich, da man im Fall der Fälle selbst nicht informiert werden könne und damit auch andere gefährde. Dies betonte auch die Bezirksamtsleiterin von Altona, Stefanie von Berg, und twitterte: ""Darth Vader" mit falscher Telefonnummer kann nicht kontaktiert werden. #Corona Bitte beim Gesundheitsamt Altona melden!"/fi/DP/eas