VENLO (dpa-AFX) - Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke hat im vergangenen Jahr von einem Boom bei den Online-Bestellungen infolge der Corona-Pandemie profitiert. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 968 Millionen Euro gestiegen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Montag auf Basis vorläufiger Daten im niederländischen Venlo mit. Damit fiel das Wachstum etwas höher aus, als der Konzern zuletzt in Aussicht gestellt hatte und als Experten erwartet hatten. Die seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie stark gefragte Aktie legte vorbörslich zu.

Angaben zum Gewinn machte das Unternehmen nicht. Der vollständige Geschäftsbericht für 2020 soll am 3. März veröffentlicht werden. Shop Apotheke hatte zuletzt in Aussicht gestellt, einen operativen Gewinn erzielen zu können. So wird bei der um Sondereffekte bereinigten Marge des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ein Wert von zwei Prozent angepeilt. 2019 hatte diese Kennzahl noch bei knapp minus zwei Prozent gelegen.

"2020 war ein herausforderndes, aber auch ein herausragendes Jahr für uns", sagte Konzernchef Stefan Feltens. Der Start in das laufende Jahr sei zudem "sehr gut" gewesen. Das hohe Wachstumstempo halte an. Den Löwenanteil seines Geschäfts erzielt der Konzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier legte der Umsatz im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 815,5 Millionen Euro zu. Im Segment International (Frankreich, Belgien, Italien und Niederlande) kletterte der Erlös um 78 Prozent auf knapp 153 Millionen Euro.

Der Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) wuchs um fast 18 Prozent auf 219 Millionen Euro. Die Zahl aktiver Kunden kletterte um 1,6 Millionen auf 6,3 Millionen.

An der Börse führten die Eckdaten auf der Handelsplattform Tradegate zu einem vorbörslichen Plus von knapp zwei Prozent. Die Aktie des Unternehmens gehört mit einem Anstieg von fast 260 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten zu den großen Gewinnern der Corona-Pandemie.

Dank des starken Kursanstiegs der Aktie sowie einiger Kapitalerhöhungen ist das 2016 an die Börse gebrachte Unternehmen inzwischen rund 2,7 Milliarden Euro wert. Mit den Kapitalerhöhungen will das Unternehmen Übernahmen und den Geschäftsausbau finanzieren. Einer der größten Profiteure der Kursentwicklung ist der frühere Unternehmenschef Michael Köhler, der das Unternehmen mitgegründet und 17 Jahre lang geführt hatte. Ende 2018 zog er sich aus persönlichen Gründen überraschend zurück, hält aber nach Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg immer noch rund 12 Prozent der Anteile./zb/stw/stk