OLDENBURG/BONN (dpa-AFX) - Nachdem das Bundeskartellamt grünes Licht gegeben hat, wollen die Deutsche Telekom <DE0005557508> und der Regionalanbieter EWE den gemeinsamen Glasfaserausbau in 13 Pilotregionen starten. "Wir werden nun den Spaten in die Hand nehmen und anfangen, auszubauen", sagte Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zur Gründung des neuen Joint Ventures "Glasfaser Nordwest" von EWE und Telekom. Das Bundeskartellamt hatte dafür vor rund zwei Wochen grünes Licht gegeben.

Insgesamt wollen die Unternehmen in den nächsten zehn Jahren bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Gewerbe im Nordwesten an das schnelle Glasfaser-Internet anschließen und dafür rund zwei Milliarden Euro in die Hand nehmen. Losgehen soll der Ausbau in Belm und Cloppenburg in Niedersachsen, wie am Mittwoch bekannt wurde. Danach folgen unter anderem Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Stadte und der neue Hauptsitz Oldenburg. In Nordrhein-Westfalen ist Emsdetten dabei. Bis zum Ende des Jahres wolle man bereits Zehntausende Standorte ans Glasfasernetz angeschlossen haben. Als Standard gelte dabei Fibre to the Home (FTTH), also Glasfaser bis in die Wohnung statt nur bis in den Keller, was für die Geschwindigkeit einen Unterschied macht.

Geschäftsführer der neuen "Glasfaser Nordwest" sind Christoph Meurer von EWE und Oliver Prostak von der Telekom. Die Auflagen des Bundeskartellamtes für den gemeinsamen Ausbau sehen vor, dass auch Wettbewerber die Leitungen mitnutzen dürfen. Dies werde zu den gleichen Preisen erfolgen, die auch Telekom und EWE selbst zahlen müssen, kündigten die Verantwortlichen an. Das Joint Venture selbst werde keine eigenen Endkunden haben. Stattdessen sollen Kundenverträge weiterhin mit der Telekom oder EWE - oder eben einem Wettbewerber - abgeschlossen werden.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), Stephan Albers, begrüßte den Zusammenschluss mit dem Hinweis, den Ausbau könne in Deutschland niemand alleine stemmen. "Das Motto muss lauten: Kooperationen beim Glasfaserausbau anstelle von volkswirtschaftlich unsinnigem Überbau", sagte Albers. Für den Bonner Telekommunikationskonzern dient EWE deshalb auch als Modellprojekt. "Wir als Telekom sind auf der Suche nach Partnern, mit denen wir das stemmen können", kündigte Wössner an./swe/DP/mis