LONDON (dpa-AFX) - Die zweite Corona-Infektionswelle hat die Wirtschaftsstimmung im Euroraum deutlich getrübt. Der vom Forschungsunternehmen IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex fiel im November von 50,0 Punkten im Vormonat auf 45,3 Zähler, teilte IHS Markit am Donnerstag in London nach einer zweiten Schätzung mit. Der Indikator deutet damit eine wirtschaftliche Schrumpfung an. Er liegt aber etwas höher als in einer ersten Schätzung ermittelt worden war.

Besonders deutlich trübte sich die Stimmung unter den Dienstleistern ein. Hier fiel der Indikator von 46,9 Punkten im Vormonat auf 41,7 Punkte. In der Industrie sank die Kennzahl nach bereits bekannten Daten weniger stark. Dienstleister sind durch die Corona-Beschränkungen wesentlich stärker betroffen als die Industrie.

"Die Eurozone ist im November wieder ins Minus gerutscht, was auf die neuerlichen Restriktionen zur Eindämmung der zweiten Infektionswelle der Corona-Pandemie seitens der Regierungen zurückzuführen war", erklärte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Allerdings falle die Talfahrt bei weitem nicht so stark aus wie im Frühjahr während der ersten Corona-Welle.

Volkswirte rechnen dennoch damit, dass die Wirtschaft der Eurozone im Schlussquartal abermals schrumpfen wird. Besonders schlimm sehe es derzeit in Frankreich, Italien und Spanien aus, merkte Williamson an.

Die Daten im Überblick:

Region/Index November Prognose Vorläufig Vormonat

EURORAUM

Gesamt 45,3 45,1 45,1 50,0

Verarb. Gew. 53,8 53,6 53,6 54,8

Dienste 41,7 41,3 41,3 46,9

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 57,8 57,9 57,9 58,2

Dienste 46,0 46,2 46,2 49,5

FRANKREICH

Verarb. Gew. 53,8 53,6 53,6 54,8

Dienste 38,8 38,0 38,0 46,5

ITALIEN

Verarb. Gew. 53,8 53,6 53,6 54,8

Dienste 39,4 40,8 - 46,7

SPANIEN

Verarb. Gew. 53,8 53,6 53,6 54,8

Dienste 39,5 36,6 - 41,4°

(Angaben in Punkten)

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