LONDON (dpa-AFX) - Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich im September erheblich eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsunternehmens IHS Markit fiel gegenüber dem Vormonat um 2,8 Punkte auf 56,2 Zähler, wie Markit am Dienstag in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Das Resultat der ersten Erhebung wurde leicht angehoben.

Markit erklärte die Stimmungseintrübung mit nachlassender Nachfrage, Lieferproblemen und steigenden Einkaufspreisen. "Die derzeitige Wirtschaftslage in der Eurozone ist eine unliebsame Mischung aus steigendem Preisdruck und verlangsamtem Wachstum", kommentierte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Beides hänge mit Lieferengpässen zusammen, vor allem in der Industrie.

Da die Versorgungsengpässe die Industrie wahrscheinlich noch bis weit ins kommende Jahr beeinträchtigten, sei die Wirtschaft zunehmend auf den Servicesektor angewiesen, erklärte Williamson. "Doch auch die Dienstleister vermeldeten eine deutliche Abschwächung des Nachfragewachstums." Dies lasse sich nicht so leicht mit Engpässen erklären, sondern mit der Besorgnis der Kunden über die anhaltende Pandemie und mit höheren Preisen. Auch seien die Ausgaben nicht mehr ganz so hoch wie zu Beginn der Konjunkturerholung.

Die Entwicklung im Überblick:

Region/Index September Prognose 1. Schätzung Vormonat

EURORAUM

Gesamt 56,2 56,1 56,1 59,0

Industrie 58,6 58,7 58,7 61,4

Dienste 56,4 56,3 56,3 59,0

DEUTSCHLAND

Industrie 58,4 58,5 58,5 62,6

Dienste 56,2 56,0 56,0 60,8

FRANKREICH

Industrie 55,0 55,2 55,2 57,5

Dienste 56,2 56,0 56,0 56,3

ITALIEN

Industrie 59,7 59,5 - 60,9

Dienste 55,5 56,5 - 58,0

SPANIEN

Industrie 58,1 58,2 - 59,5

Dienste 56,9 58,2 - 60,1°

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