BRAUNSCHWEIG (dpa-AFX) - Bringen führende VW-Betriebsräte Erhellung im Untreue-Prozess gegen Personalmanager des Konzerns? Mit weiteren Aussagen von leitenden Arbeitnehmervertretern soll am Mittwoch (9.30 Uhr) das Strafverfahren am Landgericht Braunschweig fortgesetzt werden. Als Zeugen sind sie in die Stadthalle geladen und sollen zu ihren Einkünften und Boni befragt werden. (Aktenzeichen: 16 KLs 85/19)

Angeklagt in dem Strafprozess sind drei ehemalige sowie ein amtierender Personalverantwortlicher bei VW. Sie sollen nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zwischen 2011 und 2016 überzogene Gehälter für die leitenden Belegschaftsvertreter abgesegnet haben. Der Vorwurf lautet Untreue, aus der dem Unternehmen ein Schaden von mehr als 5 Millionen Euro entstanden sein soll.

Die Zeugenaussage von Ex-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh wird für den 20. September erwartet. Auch seine Bezüge und Boni sind Teil des Verfahrens. Ein zusätzliches Ermittlungsverfahren um mögliche Beihilfe zur Untreue gegen ihn ist aber vom Hauptstrang getrennt - es geht zudem nicht um einen möglichen eigenen Vorteil.

Zu den Angeklagten zählen unter anderem die früheren VW-Konzernpersonalvorstände Horst Neumann und Karlheinz Blessing. Außerdem richten sich die Vorwürfe gegen zwei andere Manager, von denen einer noch an einer höheren Stelle im Konzern ist. Im Fall einer Verurteilung ist Untreue im besonders schweren Fall mit sechs Monaten bis zehn Jahren Freiheitsstrafe bedroht. Beim Prozessauftakt am Dienstag hatten Verteidiger die Anklage scharf zurückgewiesen./bch/DP/zb