WASHINGTON (dpa-AFX) - Der hohe Preisauftrieb in den USA hat sich im Februar weiter beschleunigt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 7,9 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das ist die höchste Inflationsrate seit dem Jahr 1982. Analysten hatten diese Rate erwartet und rechnen wegen der Folgen des Kriegs in der Ukraine im März mit einem weiteren Anstieg der Teuerung.

Seit dem vergangenen August hat sich der Preisauftrieb in den USA kontinuierlich verstärkt. Im Januar hatte die Inflationsrate bei 7,5 Prozent gelegen und im Dezember bei 7,0 Prozent. Stärkster Preistreiber bleiben hohe Kosten für Energie, die im Februar um 25,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sind.

Experte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank erkannte aber auch jenseits der Energiepreise "einen relativ breiten Inflationsdruck quer über die wichtigsten Gütergruppen". Er verwies auf einen vergleichsweise starken Anstieg der Preise für Nahrungsmittel und eine spürbare Verteuerung von Dienstleistungen in den USA.

In der größten Volkswirtschaft der Welt steigt die Inflation damit immer weiter über das von der US-Notenbank angepeilte Ziel von zwei Prozent. Die Fed hat für März eine erste Leitzinserhöhung seit Beginn der Corona-Pandemie signalisiert. Am Markt wird mit einem Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte gerechnet, wegen der hohen Inflation wird aber auch ein größerer Schritt um 0,5 Prozentpunkte nicht ausgeschlossen.

Die Kernrate der Verbraucherpreise, bei der die Preise für Energie und Nahrungsmittel rausgerechnet werden, betrug 6,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Februar wie von Analysten erwartet um 0,8 Prozent, der Kernindex stieg um 0,5 Prozent.

Nach Einschätzung von Weidensteiner dürfte die US-Inflationsrate noch nicht am Gipfel angelangt sein. "Weil der Ukraine-Krieg einen Energiepreisschock ausgelöst hat, erwarten wir in den nächsten Monaten einen weiteren Anstieg Richtung neun Prozent", sagte der Commerzbank-Experte./jkr/jsl/he