(neu: Ökonomen-Stimme)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im Dezember überraschend aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg von 57,5 Punkten im Vormonat auf 60,7 Zähler, wie das Institute for Supply Management am Dienstag in Washington mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit August 2018. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 56,8 Punkte gerechnet.

Der ISM-Index signalisiert ein robustes Wachstum in der Industrie. Indexstände von über 50 Punkten deuten auf eine wirtschaftliche Belebung hin. Die Industrie leidet deutlich weniger unter Beschränkungen des öffentlichen Lebens als der Dienstleistungssektor. Belastet durch die Corona-Krise, war der Indikator im April noch bis auf 41,5 Punkte gefallen. Danach setzte eine deutliche Erholung ein.

"Während der Dienstleistungssektor, insbesondere natürlich das Gaststättengewerbe, unter den Folgen der Pandemie leidet, schlägt sich das Verarbeitende Gewerbe erstaunlich gut", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Da mit dem zweiten staatlichen Rettungspaket auch wieder üppige Hilfszahlungen an private Haushalte fließen, wird die US-Wirtschaft im ersten Quartal Kurs halten können." Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA wird laut Gitzel vorerst eine wesentlich bessere als in Europa sein. Schließlich stünden in Europa weitere noch striktere Eindämmungsmassnahmen zur Debatte.

Besonders deutlich gestiegen ist der Indikator für die Preisentwicklung. Er stieg um 12,2 Punkte auf 77,6 Punkte. Auch die Auftragsentwicklung präsentierte sich sehr stark. Der Beschäftigungsindikator signalisiert mit 51,5 Punkten eine leichte Verbesserung am Arbeitsmarkt. Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA.

Die Kurse von US-Anleihen gaben nach den Daten nach. Die Aktienmärkte und der US-Dollar profitierten hingegen nicht./jsl/bgf/he